Wednesday, June 28, 2017

Fotos von meiner Festplatte – Jeep Wave

Als ich vor drei Jahren mein neues Auto bekam, wurde ich Mitglied in einem Club. Das wusste ich allerdings noch nicht, als ich den Jeep vom Hof des Autohändlers nach Hause fuhr. Das ist nämlich kein Verein, bei dem man einen Mitgliedsausweis bekommt – eigentlich braucht es nicht einmal den Fahrzeugbrief, denn es reicht schon, wenn man am Steuer dieses Wagens sitzt. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei um einen Jeep Wrangler; andere Modelle der Marke zählen nicht. Und als Neuling wundert man sich dann, warum alle plötzlich so freundlich grüßen. Nein, natürlich nicht alle Autofahrer, sondern nur die anderen Besitzer des Vehikels mit den runden Frontscheinwerfern, mit dem man so nonchalant durch Schlaglöcher brausen kann. Eine kurze Nachfrage bei Freund Google bestätigte: Unter Wrangler-Fahrern herrscht Grußpflicht! Jeep Wave nennt sich dieses Phänomen, das eine Art Verschworenheitsgefühl unter Freunden dieser geländegängigen Kiste ausdrückt, auch wenn man gerade nur auf dem Weg zur Arbeit ist. Natürlich macht keiner winke, winke – die meisten heben nur zwei Finger der rechten Hand, die sie oben am Lenkrad halten; bei einem Schaltgetriebe entsprechend mit der linken. Es ist aber auch nicht verboten, leicht die Hand zu heben. Sicher, nicht jede/r Jeepfahrer/in grüßt zurück, aber im Gelände steigt die Grußwahrscheinlichkeit deutlich an, wie ich bemerkt habe. Und auf der Oberen Halbinsel, wo viele gern ihren Jeep dreckig machen, erreicht sie annähernd 100 Prozent. Das Foto zeigt meinen Jeep, intern „das Spaßmobil“ genannt, vor der Mackinac Bridge, welche die Obere und die Untere Halbinsel von Michigan verbindet. Das war am Memorial-Day-Wochenende des vergangenen Jahres. Demnächst fahren wir wieder hin.
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Saturday, January 21, 2017

#unpresidented

Und damit haben die Amerikaner, einfach so, eine Oligarchie installiert. Einen Familienclan, der gar keinen Hehl daraus macht, dass er die Übernahme der Regierungsgeschäfte als eine Art von Diversifizierung betrachtet – was, wenn man es genauer besieht, nicht einmal ein besonders originelles Businessmodell ist. Wo sich der Präsident von Putins Gnaden das abgeguckt hat, ist unschwer zu erraten. Um davon abzulenken, verbreitet er in seiner Antrittsrede Angst und Schrecken, und dazu reckt er die Fäuste gen Himmel. Der verfinstert sich prompt, und es fängt zu regnen. Düsternis macht sich breit, und Unbehagen kriecht bis in die tiefsten Ritzen des Seins. Nachts schreckt man hoch. Die Aussicht, diesen aufgeplusterten alten Sack mit roter Krawatte und Goldfasanenfrisur vier Jahre lang ertragen zu müssen, wirkt unerträglich. Fast lässt man alle Hoffnung fahren.

Doch das war gestern.

Freunde, wir leben in interessanten Zeiten. Man hätte es zuweilen gerne etwas langweiliger. Schon wieder war es ein Tag für die Geschichtsbücher, aber dieser brachte zum Glück das Licht und die Farbe zurück. Nach dem Weibermarsch auf Washington sieht die Welt wieder viel freundlicher aus: Ein Meer von pinkfarbenen Mützen! Madonna! Pussy Power, oder wie immer man das nennen möchte. Entschlossenheit, Energie. Globale Solidarität. Und erst die Slogans. So viel Kreativität! Mein Favorit ist allerdings: „Please vote in the midterms!“ Zur Wahl gehen, und zwar nicht bloß wenn es um den Präsidenten geht, wäre auch eine gute Idee.