Thursday, December 17, 2009

Leise rieseln die Nadeln vom Baum

Kürzlich erzählte mir eine Freundin am Telefon: „Wir haben jetzt endlich auch einen Christbaum!“ Das war am 10. Dezember, wenn ich mich recht erinnere. Hoffentlich hältPT Cruiser im Rudy-The-Reindeer-Look © Franz Gingl die Tanne durch. Im vergangenen Jahr nadelte der Baum nämlich schon ein bisschen, als die Geschenke darunter lagen.

Aber so ist es eben mit Weihnachten in den USA: Wochenlang kann man es kaum erwarten, und ehe man sich’s versieht, ist das Fest auch schon vorbei. Zum Glück fällt in diesem Jahr der 26. Dezember auf einen Samstag – das gibt einem die Illusion eines zweiten Weihnachtstages.

Bis dahin sollte man die Zeit einfach genießen und rote Rudy-Nasen im Straßenverkehr zählen. Ein paar deutsche Lebkuchen haben wir auch schon gehortet. Fruit Cake kommt mir keiner mehr ins Haus. Was wir an Weihnachten essen? Nun, den Rest vom Schützenfest – ich meine natürlich, von Thanksgiving. Die Putenbrust liegt fertig zum Aufwärmen im Gefrierfach, ein Rest Soße ist auch noch da, und dazu gibt’s dann voraussichtlich Rotkohl und Spätzle. Merry Christmas!

Mehr zum Thema auf suite101: Amerikanische Weihnachten in der Familie

Thursday, December 10, 2009

Keine Pfannkuchen zum Frühstück

„Germans don't have pancakes for breakfast. They are good, why don't they eat them?“

Eine STUDENTIN aus meiner Anfängerklasse in ihrer Abschlussklausur als Antwort auf die Frage: „Which cultural fact learned this term did you find most interesting?“ Die Verwunderung darüber, dass Deutsche keine Pfannkuchen frühstücken, ist eine Konstante in jedem Semester.

Thursday, December 3, 2009

Vampir vs. Werwolf

Gestern waren wir im Kino (in „Planet 51“). An einer Säule in der Eingangslobby lehnte ein junger Mann, der offenbar sehr bemüht war, wie Robert Pattinson auszusehen. Wahrscheinlich wollte er in „New Moon“ gehen und wartete nur noch auf sein Date. Es ist aber kaum anzunehmen, dass er den Film wirklich goutiert hat: RobPatz, der in der „Twilight“-Saga den Vampir verkörpert, hat Konkurrenz bekommen: Jacob Lautner heißt der neue Star – er ist der Werwolf im Streifen. Der Sixpack-Wolfie lässt den blassen Blutsauger ziemlich alt aussehen.

Abgesehen davon, dass es sich dabei um eine merkwürdige Alternative für einen Schulmädchenschwarm handelt – die „Twilight“-Geschichte ist ein Phänomen. Noch nie zuvor habe ich ein Kino voller kreischender Mädels gesehen. Der Saal tobt aber nur, wenn Lautner auf der Leinwand erscheint und seinen Waschbrettbauch präsentiert. Das war ziemlich amüsant. Welche Folgen der Film für die Psyche junger Amerikaner hat, wird sich weisen.

Der blässliche Vampir-Look dürfte auf jeden Fall out sein.

Mehr zum Thema auf suite101: Im Kino: "New Moon – Biss zur Mittagsstunde"

Wednesday, November 25, 2009

Superpower ohne Partner

„Europe might have a new phone number, but when Obama calls, the person on the other end of the line will still be unable to act. ‚Europe‘ will not be a unified entity capable of coordinating a unified policy in Iran, North Korea, Afghanistan, the Middle East, or anywhere else anytime soon. Europe cannot, in short, become America's full partner in foreign policy.

And thus we are left with a curious situation: America no longer wants to be the sole superpower. The American president no longer wants to be the leader of a sole superpower. Nobody else wants America to be the sole superpower, and, in fact, America cannot even afford to be the sole superpower. Yet America has no obvious partner with which to share its superpowerdom, and if America were to cease being a superpower, nothing and no one would take its place.“

ANNE APPLEBAUM am 24. November 2009 in ihrer wöchentlich erscheinenden Kolumne in der „Washington Post“; sie bezog sich darin unter andere auf die Wahl von Herman Van Rompuy zum Präsidenten des Europäischen Rates.

Monday, November 9, 2009

Bob Dylan und Michael Moore

„There’s an evenin’ haze settlin’ over the town
Starlight by the edge of the creek
The buyin’ power of the proletariat’s gone down
Money’s gettin’ shallow and weak
The place I love best is a sweet memory
It’s a new path that we trod
They say low wages are a reality
If we want to compete abroad […]“

BOB DYLAN, der am Freitag im Fox Theatre in Detroit war, in „Workingman’s Blues #2“. Der Song passt auch gut zur Doku „Capitalism: A Love Story“ von Michael Moore, die wir gestern gesehen haben: Flint ist überall.