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Wednesday, May 25, 2011

Morcheln und ein Truthahn im Regen

Es regnet ohne Unterlass, es regnet immerzu. Nein, das stimmt nicht ganz – es gibt auch Regenpausen. Am vergangenen Wochenende beispielsweise, da regnete es nur nachts. Tagsüber war es ganz angenehm. Überhaupt sollte man sich nicht beklagen, wenn man in Michigan wohnt und gravierende Unwetter kaum befürchten muss. Ganz im Gegensatz zu anderen Bundesstaaten, wo derzeit entweder ganze Landstriche überflutet oder von Wirbelstürmen verwüstet sind. Das Wetter in diesem Land: eine einzige Katastrophe.

Der Regen hat – zumindest in Michigan – auch sein Gutes: Es gibt jede Menge Morcheln in diesem Frühjahr. Endlich kann man sich einmal richtig daran sattessen. Ich habe sogar schon versucht, im Backofen welche zu trocknen; das Ergebnis war allerdings nicht sehr überzeugend. Vielleicht werde ich im nächsten Jahr die Gefriermethode versuchen. Falls es dann wieder Morcheln gibt.

Da es dauernd regnet, ist das Morchelsuchen eine sehr feuchte Angelegenheit. Wenn man unter tropfende Büsche und Bäume kriecht, hilft auch eine Regenjacke nicht viel. Und von unten her wird man sowieso patschnass. So viel Nässe aus allen Richtungen ist unangenehm, da geht es mir wie den Gänsen. Die wirken ein bisschen missvergnügt, wenn sie derzeit auf dem Teich paddeln. Sie mögen wohl das Wasser nicht so gern, wenn es von oben kommt.

Der Dauerregen kommt auch anderem Federvieh bisweilen ungelegen. Als wir vor einer Woche im Stony Creek Metropark waren und uns nach dem Morchelsuchen wieder auf den Heimweg begaben, sahen wir auf einer Waldwiese das interessanteste Spektakel, das der Mai in Michigans freier Natur zu bieten hat: einen balzenden Truthahn. Seine beiden Truthennen waren nur wenige Schritte entfernt, eifrig auf der nassen Wiese pickend und Desinteresse heuchelnd, wie sich das für anständige Putendamen gehört. Ein paar Hirsche sahen sich das Schauspiel ebenfalls an. Die Show des Truthahns war indessen nicht sonderlich beeindruckend; mit triefenden Schwanzfedern ließ sich nicht wirklich ein Rad schlagen. Genau genommen sah er ziemlich bedröppelt aus. „How embarrassing“, sagte mein Mann.

Immerhin, schon am Freitagabend gab es eine Regenpause, und die nächste Portion Morcheln konnte trocken eingesammelt werden. Der Truthahn war im Übrigen auch wieder da, und dieses Mal schlug er ein prächtiges Rad. Nicht nur ein Mal, immer wieder. Die Hirsche hatten richtig was zu gucken. Nur die Truthennen pickten immer noch gleichgültig vor sich hin.

Sunday, September 19, 2010

Wenn Monarchen nach Mexiko fliegen

Die Terrasse des Restaurants „Sans Souci“ auf Harsens Island ist ein fabelhaftes Plätzchen für ein aussichtsreiches Mahl: Man sitzt direkt am Ufer des St. Clair River mit einer ordentlichen Portion frittierter Fischfilets vor sich, blinzelt in die Sonne und findet die Welt soweit in Ordnung. Sonntags gibt’s die Fischchen als Special, und man kriegt sogar Nachschlag, den man sich für zu Hause einpacken lassenMonarch © Cornelia Schaible kann. Und dann beobachtet man nebenher alles, was so vorbeikommt – bei unserem Restaurantbesuch am vergangenen Sonntag war das erste Frachtschiff schon in Sichtweite, als wir noch nicht einmal Platz genommen hatten.

Aber nicht nur Schiffe waren unterwegs. Irgendwann fiel mir auf, dass wir am Rande einer Art von Monarchen-Autobahn in Richtung Süden saßen. Die großen Falter mit der auffälligen Zeichnung, deren Spannweite über 10 Zentimeter betragen kann, gaukelten einer nach dem anderen vorbei; das Orange ihrer Flügel leuchtete im Spätsommerlicht. Der große Treck hat also begonnen. Dass diese zerbrechlichen Schönheiten bei diesem Tempo irgendwann in Mexiko ankommen sollen, kann man sich allerdings nur schwer vorstellen. Neu war mir, dass die Schmetterlinge offenbar streckenweise einzeln fliehen – ich hatte immer nur von Schwärmen gelesen. Aber sie übernachten auf jeden Fall in Kolonien. Auch das würde ich gerne einmal sehen!

Die Wanderfalter sind mehrere Monate quer durch Nordamerika unterwegs, bis sie ihr Ziel erreichen. Und keiner von ihnen kommt je wieder zurück – die Rückwanderung involviert mehrere Generationen von Schmetterlingen. Woher wissen sie dann, wohin die Reise geht? Der Sommertrip in Richtung Norden ist indessen leichter zu verstehen als der herbstliche Zug nach Süden: In der warmen Jahreszeit ziehen die Schmetterlinge einfach ihren Futterpflanzen nach.

Am vergangenen Sonntag dürften Hunderte von Monarchen an uns vorbeigeflogen sein. Das war’s dann wohl mit dem Sommer.

Wednesday, August 25, 2010

Große Schiffe in Chicago

Als wir am vorvergangenen Wochenende in St. Ignace waren, fiel mein Blick auf einen Zeitungsautomaten mit der Lokaldepesche. Auf dem Titelblatt prangte das Foto eines Tall Ship mit geblähten Segeln, das gerade unter der Mackinac Bridge fuhr. Ein traumhaftes Motiv. Das hätte ich auch gerne gesehen und fotografiert!

Es handelte sich dabei um die „Denis Sullivan“, das Flaggschiff des Staates Wisconsin, ein von typischen Great-Lakes-Schonern inspirierter Nachbau. Das Schiff segelte gerade auf dem letztenMast der „HMS Bounty“ © Cornelia Schaible Abschnitt bei der diesjährigen Segelregatta auf den Großen Seen: Die Great Lakes United Tall Ships Challenge geht am Sonntag in Chicago zu Ende.

Mit von der Partie sind unter anderem noch die deutsche Brigg „Roald Amundsen“ sowie die historische Bark „Europa“, die heute zwar unter niederländischer Flagge fährt, aber 1911 in Hamburg gebaut wurde. Gleich zwei europäische Großsegler an der Navy Pier – auch nicht schlecht. Schließlich liegen Eckernförde beziehungsweise Scheveningen, die jeweiligen Heimathäfen, nicht gerade um die Ecke.

Die elegante „Europa“ ist zweifellos das schönste Schiff bei der Regatta. In der Besuchergunst liegt allerdings ein echter Hollywood-Star vorne: die „HMS Bounty“, deren Masten und Wimpel auf dem nebenstehenden Bild zu sehen sind. Eigentlich ein interessanter Fall, denn es ist ein Replikat, das längst selbst historischen Wert besitzt – MGM ließ das Schiff vor einem halben Jahrhundert bauen. Die „Meuterei auf der Bounty“ mit Marlon Brando war 1962. Den Besucherschlangen nach zu urteilen, scheint es nichts Größeres zu geben, als sich auf diesem Schiff gegenseitig abzulichten. Am besten neben dem Johnny-Depp-Double im Piratenkostüm.

Mehr zum Thema auf suite101: Die Great Lakes United Tall Ships Challenge 2010 ist bald am Ziel

Friday, July 23, 2010

Margaritaville in Bay City

Madonna, so steht es in Michigan-Reiseführern zu lesen, hält von ihrem Geburtsort wenig – angeblich bezeichnete sie Bay City schon als „armpit of the US“ und Schlimmeres. Das ist nicht nett. Und der Vergleich scheint auch durch nichts gerechtfertigt, jedenfalls aus touristischer Sicht: Am River in Bay City © Cornelia SchaibleIm Vergleich zu vielen anderen Städten Michigans, vor allem weiter im Südosten, erscheint Bay City geradezu idyllisch – in der Innenstadt gibt es zwar auch leerstehende Geschäfte, aber nichts ist zugenagelt, und in viele alte Gebäude sind Antiquitätenläden eingezogen. Ein neuer Hotelbau am Fluss bringt offenbar Business in die Stadt.

Wir waren vor einer Woche in Bay City, bei der Tall Ship Celebration. Mit den stattlichen Segelschiffen als Kulisse wirkte die Flusspromenade höchst malerisch, und die Stadt war in aufgekratzter Stimmung. Bay City hat Brücken, die sich für größere Schiffe im Nu öffnen, und das allein verfehlt seinen Eindruck auf auswärtige Besucher nicht. Abends waren wir in einem Restaurant namens „Dockside“, das genausogut nach Florida gepasst hätte. Wir tranken ein Landshark auf der Veranda, und eine Band spielte – wie könnte es anders sein – Jimmy Buffetts „Margaritaville“. Am gegenüberliegenden Ufer ging hinter Booten und Bäumen die Sonne unter.

Margaritaville kann überall sein. Im Sommer sogar in Michigan.

Monday, May 31, 2010

Die Freuden der Vorsaison

Are you sure you don’t want a second scoop?“

Die Bedienung an der Eisvitrine im “House of Flavors“ in Manistee lächelte aufmunternd, und sie behielt den Portionierer vorsichtshalber in Hand. Jeder, der eine Kugel bestelle, bekomme aufAnzeigentafel vor einem Restaurant in Manistee © Cornelia Schaible Wunsch gratis eine zweite dazu, erklärte sie mir dann. „Eine Sonderaktion.“ Außerdem fragte sie neugierig, woher wir denn kämen. Die Stammkunden wüssten das nämlich.

Nun, da wollte ich nicht nein sagen. Zwar hatte ich das Angebot auf der Anzeigentafel vor dem Restaurant gesehen, hätte aber nicht zu fragen gewagt. Und ich gab auch gerne Auskunft über unseren Touristenstatus. Als die junge Frau hörte, dass wir aus einem recht entfernten Teil des Staates angereist waren, gab sie sich richtig erstaunt. Um diese Zeit hätten sie selten Gäste von auswärts, sagte sie.

Das war am vergangenen Sonntag, also acht Tage vor Memorial Day, dem offiziellen Beginn der Sommersaison. Überhaupt gibt es nichts Besseres, als an einem schönen Maientag durch Michigan zu reisen – alles grünt und blüht und wirkt wie neu. Man kann überall frischen Spargel kaufen. Und man hat die ganze Pracht fast exklusiv für sich alleine.

Den Tag hatten wir in Ludington begonnen, mit einem langen Spaziergang zum Leuchtturm. Es herrschte strahlender Sonnenschein, und die Dünenkirschen blühten. Auch dort war der Strand fast menschenleer, allerdings war das Wasser noch ziemlich kalt. Nur eine große Schildkröte schwamm im Lake Michigan. Mein Mann watete im Wasser, die Kamera in der Hand. Die Schildkröte kam näher, beguckte sich seine Beine und verschwand wieder in den Wellen. Über dieser überraschenden Begegnung vergaß er allerdings ganz, auf den Auslöser zu drücken.

Gestern war dann alles anders: Wir verbrachten den Tag am Thumb, dem „Daumen“ von Michigan. Das Sommersonnenwetter dauerte nun schon eine Woche lang, und die Leute waren vorbereitet. Die Strände waren voll, und die Restaurants noch voller. Und wir nahmen uns fest vor, im kommenden Jahr mehr von der Vorsaison zu profitieren. Nicht nur beim Eisessen.

Sunday, July 19, 2009

Star Trek unterm Sternenhimmel

Wir hatten uns nicht viel dabei gedacht, aber Star Trek erwies sich als genau der richtige Film für eine Nacht im Autokino. Die Leinwand verschmolz mit dem Sternenzelt: Es war einfach galaktisch. Und als der Planet Vulkan im Nachthimmel über Dearborn implodierte, aufgezehrt vonDas Ford-Wyoming Drive-in in Dearborn, Michigan © Franz Gingl
einem schwarzen Loch – ich muss schon sagen, das war ein sehr denkwürdiger Moment. Gelegentlich musste ich einen Blick hinüber zur BP-Tankstelle links von der Leinwand werfen, um innerlich sozusagen wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen.

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich darauf kam, aber kürzlich fotografierte ich jedenfalls das Cherry Bowl Drive-in Theatre in Honor, Michigan. Ich wusste, dass noch mehr Autokinos im Bundesstaat überlebt hatten, aber ich hatte bisher immer angenommen, es handle sich dabei um eher kleine Drive-ins, die von Enthusiasten am Leben gehalten werden. Deswegen war ich erstaunt, als ich bei meinen Online-Recherchen auf das ziemlich gigantische Ford-Wyoming in Dearborn stieß – in der Selbstbeschreibung „The Largest Drive-in Theater in the World“, mit Platz für 3000 Autos. In Dearborn? Warum hatte mir das noch keiner erzählt?

Als das Kino im Jahr 1950 eröffnet wurde, war es noch viel kleiner und hatte genau eine Leinwand. Vierzig Jahre später waren es fünf. Ein paar Jahre später, als die meisten Autokino in der Umgebung längst dicht gemacht hatten, kamen noch vier hinzu. Es ist sogar im Winter meistens geöffnet – dann kann man kleine Heizgeräte fürs Auto mieten.

Aber im Sommer – und vor allem in einem Cabrio – macht das Ganze sicher mehr Spaß. Der Eintritt pro Nase kostete 8,50 Dollar, und zwar für ein „Double Feature“ – Tatsache ist, dass die Leute auf dem weitläufigen Gelände sowieso machen, was sie wollen, und herumfahren, bis ihnen ein Film gefällt. Manche stellen auch Campingstühle auf oder tailgaten. Es ist nicht so wie im Film „Cars“, in dem sich alle Autos mit der Vorderseite zur Leinwand hin ausrichten...

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir diesen Sommer nicht zum letzten Mal im Autokino waren.

Saturday, September 13, 2008

Frankfort, Michigan

Zwei Autos begegnen sich auf einer Dorfstraße. Sobald sie auf gleicher Höhe sind, bleiben sie einfach stehen, und die Fahrer unterhalten sich durch die geöffnete Windschutzscheibe. DieLogo einer Fischhandlung in Frankfort, Michigan © Cornelia Schaible Konversation dauert einige Minuten lang, und solange umkurvt der spärliche übrige Verkehr das Hindernis mitten auf der Straße anstandslos. Niemand hupt. Dann setzen sich die beiden Fahrzeuge wieder in Bewegung. Alles geht seinen gewohnten Gang.

Zuletzt konnte ich so etwas vor etlichen Jahren in Italien beobachten. Oder war es in Spanien? Egal. Jedenfalls hatte ich nicht damit gerechnet, die oben geschilderte Szene in den USA zu erleben. Sicher wäre das auch nicht überall möglich – aber in Frankfort, Michigan, kommt das schon vor. Wie ich vor einer Woche feststellen konnte.

Kein Ahnung, warum wir bis her nie in Frankfort waren. Wahrscheinlich deswegen, weil wir die Namensgebung für einen Ort am Lake Michigan nicht besonders einfallsreich fanden. Aber besonders originell waren die Gründerväter bei der Benennung ihrer Siedlungen auch woanders nicht (siehe auch Holland, Michigan, und so fort).

Es mag auch daran liegen, dass Frankfort in den meisten Michigan-Reiseführern mehr oder weniger übergangen wird. Es liegt ein Stück südlich der Sleeping Bear Dunes, und irgendwie fällt es dabei durch den Rost. Die Dünen bei Empire und Glen Arbor sind einfach höher. Und was den Tourismus angeht, hat Frankfort seine glanzvollsten Zeiten längst hinter sich – es gab sogar einmal ein Grand Hotel nach der Art dessen, wie es heute noch auf Mackinac Island steht. Frankfort ist auch in keiner Hinsicht irgendwie niedlich und fremdenverkehrsmäßig aufgehübscht. Aber die Mainstreet geht in Richtung Westen, und der Abendspaziergang zum Strand führt direkt in den Sonnenuntergang.

Heute übernachten die meisten Besucher in Motels oder mieten ein Cottage, und sie kommen nicht wegen der Sommerfrische, sondern zum Fischen. Dummerweise wird man dann morgens um halb vier von Anglern geweckt, die schon mitten in der Nacht völlig von der Rolle sind. Bis wir dann so gegen halb zehn auf der Pier einlaufen, ziehen die ersten schon mit ihrem Fang von dannen. Und Boy, das sind keine kleinen Fische: Im Spätsommer ziehen sie silbrigglänzende Lachse aus dem Lake Michigan, die mehr als zwanzig Pfund auf die Waage bringen können. Kein Wunder, dass man überall Räucheröfen sieht (und riecht). Wer will das alles essen?

Erfreulicherweise gibt es trotzdem eine ganze Reihe von Restaurants und Taverns in Frankfort, die einen Besuch zu lohnen scheinen. Das eine oder andere Restaurant, das wir schon ausprobiert haben, werden wir sicher ein andermal wieder besuchen. Wie sich so viel Gastronomie in diesem Fischerörtchen halten kann, ist uns allerdings ein Rätsel. Wahrscheinlich lässt sich Frankfort mit dem gleichen Spruch definieren wie St. Ignace (das stand dort auf dem T-Shirt der Bedienungen im Mackinaw Grille): A drinking village with a fishing problem.

Friday, June 13, 2008

Der Stapellauf der Fitz vor 50 Jahren

Bei einer Feierstunde im Lake Erie Metropark am vergangenen Samstag zelebrierten ehemalige Schiffsbauer den Stapellauf der Edmund Fitzgerald vor 50 Jahren. Tatsächlich war der LaunchSpezialbräu zum Gedenken an die Edmund Fitzgerald © Cornelia Schaible der "Queen of the Lakes" ein gutes Stück weiter flussaufwärts in River Rouge, aber die Werft existiert heute nicht mehr.

Zum Vergnügen der übrigen, meist viel jüngeren Anwesenden erzählten die Zeitzeugen von kleinen Pannen, die den großen Tag begleitet hatten: Erst hatten die Werftarbeiter Mühe, die blockierenden Keile wegzuhauen. Und als dann das Schiff endlich ins Wasser rutschte, verursachte das eine Riesenwelle, und vor allem die Zuschauer auf der Ehrentribüne wurden gründlich nass. Das Publikum lauschte diesen Anekdoten gespannt – das war ganz im Sinne von Roscoe Clark, der die Veranstaltung organisiert hatte.

Clark, der in Michigan lebt, erforscht seit Jahren das Schicksal der Edmund Fitzgerald. Weil der Frachter aber für gewöhnlich nur mit seinem tragischen Ende in Verbindung gebracht wird, wollte er für einmal die Geschichte des Schiffes von einer anderen Seite beleuchten. „Noch nie hat jemand die harte Arbeit der Schiffsbauer gewürdigt", sagte er. Und für die Arbeiter bedeutete die Fitzgerald eben mehr als das Gedenken an ihre letzte Reise. Das Spezialbräu mit dem sturmumtosten Frachter auf dem Etikett, das Clark als Souvenir aushändigte, erinnerte allerdings schon daran. Das dunkle Porter der Great Lakes Brewing Co. ist übrigens nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraut.

Den Untergang der Edmund Fitzgerald bei der Feierlichkeit gänzlich auszublenden, war sicher auch nicht das Ziel der Veranstaltung. So war auf dem Gelände ein 1974 Dodge Challenger zu sehen, der dem 20-jährigen Crewmitglied Bruce Lee Hudson gehört hatte. Hudson arbeitete als Deckhelfer auf der Fitz. Vor der Abschlussfahrt der Saison 1975 hatte er sein Auto im Hafen von Toledo abgestellt: Der Frachter sollte ins Winterdock nach Cleveland, und dann wollte der junge Mann den Challenger abholen und gemeinsam mit einem Kumpel nach Kalifornien fahren.

Bruce Lee Hudson kam nie nach Kalifornien. Nach dem Untergang der Fitzgerald im Lake Superior, bei dem die gesamte 29-köpfige Besatzung umkam, bewahrte seine Familie den Wagen 20 Jahre lang im Originalzustand auf. Heute befindet sich der Challenger in Privatbesitz; das Auto ist gelegentlich bei Classic Car Shows zu sehen.

Aus dem Archiv: Der Untergang der Edmund Fitzgerald
Mehr zum Thema auf suite101: Das Wrack der Edmund Fitzgerald

Saturday, November 10, 2007

Der Untergang der Edmund Fitzgerald

Schiffsfriedhöfe?

Wenn ich bei Heimatbesuchen erzähle, dass auf dem Grund der Großen Seen unzählige Schiffswracks liegen, mag mir das keiner so recht abnehmen. "Warum gehen da Schiffe unter?", fragte mein Bruder ungläubig. Das war allerdings vor seinem ersten Besuch in Michigan. Inzwischen hat er schon selbst einmal im Michigansee geplanscht und weiß, dass dieses Binnengewässer ungefähr so aussieht wie ein Meer. An schönen Tagen. An stürmischen Herbsttagen hingegen erinnern Lake Michigan, Lake Huron und Lake Superior noch mehr an Ozeane. Und wie gefährlich die Schifffahrt auf diesen Seen sein kann, zeigt schon die große Anzahl der Leuchttürme an ihren Ufern. Im Jahr 1913 zerstörte ein einziger Novembersturm 19 Schiffe auf den Großen Seen, ungefähr ebenso viele strandeten.

In der Thunder Bay, nicht weit von Alpena, sollen allein 200 Schiffswracks auf dem Grund des Lake Huron liegen - das Thunder Bay National Marine Sanctuary zieht Taucher und Unterwasser-Archäologen gleichermaßen an. Als noch tückischer für die Schifffahrt gilt der Lake Superior: Selten hat mich in Michigan etwas so beeindruckt wie das Great Lakes Shipwreck Museum auf der Upper Peninsula, am Whitefish Point.

Von Whitefish Point aus sieht man oft Frachter, die meist Kohle oder Eisenerz transportieren. Beinahe in Sichtweite dieser Landzunge, die weit in den Lake Superior hineinragt, ging am 10. November 1975 die Edmund Fitzgerald unter. Die gesamte Besatzung, 29 Mann, verlor an jenem stürmischen Novembertag vor 32 Jahren ihr Leben. Diese letzte große Schiffskatastrophe auf den Großen Seen ist im Museum eindrücklich dokumentiert; dort ist auch die erst im Jahr 1994 geborgene Schiffsglocke ausgestellt.

Hier gibt's ein Video über den Untergang der Edmund Fitzgerald, unterlegt mit der Ballade des kanadischen Liedermachers Gordon Lightfoot:

The Wreck of the Edmund Fitzgerald edited by Joseph Fulton

Nachtrag vom 11. Juni 2008:
Mehr zum Thema steht jetzt auf suite101: Das Wrack der Edmund Fitzgerald

Saturday, September 29, 2007

Zum Süßmost gibt's Donuts

Die Dexter Cider Mill ist eine einfache Holzkonstruktion, dunkelrot gestrichen mit weiß umrahmten Fenstern, wie sie auch irgendwo an der Ostküste stehen könnte – so haben schon die ersten Siedler auf amerikanischem Boden gebaut. Der Anbau dient als Verkaufsraum, das Tor steht offen. Gleich am Eingang hängen Konterfeis von Abraham Lincoln und George Washington. Die beiden Herren machen ernste Gesichter, wie es sich für ehemalige US-Präsidenten gehört.

Drinnen duftet es nach gebranntem Zucker und Süßmost. Hinter dem mit rotgewürfeltem Tuch bedeckten Verkaufstresen steht eine junge Frau, die einem Ehepaar eine Gallone Cider und eineHistorische Cider Mill in Dexter, Michigan © Cornelia Schaible Tüte Äpfel verkauft. Sie begrüßt die Besucher und lacht, als diese sie mit Fragen überhäufen. „Wenn Sie etwas über die Geschichte der Cider Mill wissen wollen, müssen Sie schon meinen Vater fragen.“ Der könne aber nicht weit sein. „Dad!“ ruft sie.

Richard Koziski steht im Nebenraum am Kühlbehälter und füllt Cider in Plastikgefäße ab. „Wollen Sie probieren?“ fragt er und reicht einen Becher voll über den Tisch. Der Cider ist sehr dunkel, er hat etwa die gleiche Farbe wie die braun glänzenden Karamell-Äpfel vorne auf der Ladentheke, und er schmeckt schwer und süß. Die Beigabe von Birnen, die dem schwäbischen Most seine räse Spritzigkeit verleiht, ist hier nicht üblich. Dafür wird versucht, durch geschickten Verschnitt der Apfelsorten einen wohlschmeckenden Cider zu erzeugen. Im Staat Michigan, einem der wichtigsten Apfelanbaugebiete der USA, werden über 30 Sorten kommerziell angebaut, sagt Koziski. Darunter so alte Varietäten wie der seit gut 200 Jahren bekannte McIntosh-Apfel.

Wahrscheinlich stammt der McIntosh von einer alten französischen Sorte ab. Der Legende nach hatten bereits die Franzosen, die von 1701 an am Detroit River siedelten, Apfelkerne im Gepäck. Most mundete ihnen ebenso wie den Engländern – 1760 ging die Siedlung in britischen Besitz über. 1796 kam Detroit unter amerikanische Verwaltung; von diesem neuen Zentrum aus wurde ganz Michigan besiedelt. Auf frisch gerodetem Gelände wurden nicht nur Äcker angelegt, so ist überliefert, sondern stets auch Obstbäume gepflanzt.

Gerade in der Gegend um Ann Arbor ließen sich Anfang des 19. Jahrhunderts zahlreiche Einwanderer aus Süddeutschland nieder, wie die vielen Nachnamen belegen, die auf -le enden – auch der Name der Verfasserin steht mehrfach im Telefonbuch. Die Pioniere aus Schwaben dürften ihre eigene Mostkultur mitgebracht haben. Einige kleinere Mostpressen mit Handkurbel, die Richard Koziski in einem Lagerraum aufgestellt hat, sehen entsprechenden Exponaten aus schwäbischen Heimatmuseen jedenfalls verblüffend ähnlich.

Für die Mostproduktion im großen Stil nutzte man einst in ganz Michigan die Wasserkraft, um die Äpfel zu zerkleinern und zu pressen. Obwohl sie ihr Mühlrad längst eingebüßt hat und mit Strom betrieben wird, bietet die Dexter Cider Mill einen malerischen Anblick am Ufer des Hudson River. Der fließt auch durch die Universitätsstadt Ann Arbor. Das macht Dexter zum beliebten Ausflugsziel bei den Studenten: Sie brauchen nur ein Stück am Fluss entlangzuradeln, um in den Genuss von Cider und frischen Donuts zu kommen. „Es ist eine Tradition“, sagt Koziski. „Und wir zeigen ihnen, wie man schon vor mehr als 100 Jahren Cider gemacht hat.“ Er habe praktisch nichts verändert seit der Übernahme der Mühle vor 20 Jahren. Die Dexter Cider Mill ist laut Koziski die älteste im Staat, die ununterbrochen in Betrieb ist: Seit 1886 fließt hier im Herbst Most aus der Presse.

An die 150 Cider Mills soll es in Michigan noch geben, und ihre kulturhistorische Bedeutung wird oft betont: Viele spiegeln ein Stück amerikanische Geschichte wider. Erster Inhaber der Dexter Cider Mill war ein Veteran aus dem Sezessionskrieg. Kurz nach 1900 erwarb ein gewisser Otto Wagner – „auch ein deutscher Name“, bemerkte Koziski – die Cider Mill. In der Wagnerschen Familie blieb die Mosterei dann, bis Koziski sie kaufte. Früher habe er bei Ford gearbeitet, und daher die ersten fünf Jahre nur an Wochenenden gemostet, erzählt Koziski: „Im Herbst haben wir sieben Tage in der Woche gearbeitet – fünf Tage im Betrieb, und am Samstag und Sonntag hier.“

Seit er im Ruhestand ist, hat die Dexter Cider Mill in der Saison mittwochs bis sonntags geöffnet, und zwar weit bis in den November hinein. Die ganze Familie ist eingespannt: Ehefrau Katherine, die früher mal bei Kellogg’s in der Versuchsküche arbeitete und ein hoch gelobtes Apfelkochbuch verfasst hat, bäckt Kuchen. Und die Töchter mit Anhang helfen ebenfalls abwechselnd mit: Wie die Mostpresse funktioniert, erklärt Schwiegersohn Martin Steinhauer, der Mann von Nancy, die an diesem Tag den Verkauf macht.

„Die Konstruktion ist sehr einfach“, sagt Steinhauer, der sonst Computer-Software verkauft. Die zerkleinerten Äpfel werden in ein Tuch eingeschlagen und auf einen Lattenrost aus Eichenholz gelegt, darauf kommt wieder ein Rost und eine Schicht Äpfel, und so fort. Der Stapel kommt in eine hydraulische Presse – und unten fließt der Saft heraus. Pro Pressung werden rund 1500 Pounds Apfelschnitze verarbeitet, gut 680 Kilogramm; das ergibt jeweils 100 Gallonen oder 378 Liter Süßmost. Und so, wie er herauskommt, wird der Most auch verkauft: „It’s all natural“, so Steinhauer, „alles ganz natürlich.“

Weil er sein Stöffchen so naturbelassen will, ist Richard Koziski auf Direktvermarktung angewiesen – im Supermarkt verkaufter Süßmost muss pasteurisiert werden, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Sein Cider fängt nach fünf Tagen an zu gären. Und wie viele Gallonen Most produziert die Cider Mill in einer Saison? Da grinst Koziski nur ganz breit und sagt: „Das weiß ich nicht. Ich will es nicht wissen.“

(Erschienen im Schwäbischen Tagblatt am 15. Oktober 2003.)

Sunday, August 5, 2007

Happy Birthday, Mackinac Bridge!

Die Brücke ist ein technisches Meisterwerk. Die Entfernung zwischen den beiden Ankerblöcken beträgt stolze 2626 Meter, was die Mackinac Bridge im Prinzip zur drittlängsten Hängebrücke der Welt und zur längsten der USAMackinac Bridge mit Jeep © Cornelia Schaible macht – dummerweise misst man aber nicht so. Bei Hängebrücken ist nämlich die Mittelspannweite entscheidend, daran lässt sich die Ingenieurskunst überzeugender messen. Und mit 1158 Metern Spannweite liegt Mighty Mac abgeschlagen auf Platz 10 der Weltrangliste.

Trotzdem stellt sich die Frage, warum die eindrucksvolle Brücke außerhalb des Bundesstaates kaum einer kennt. Immerhin verbindet sie die beiden Hälften von Michigan miteinander. Aber die Konkurrenz ist einfach übermächtig: Platz 8 der Liste belegt nämlich die Golden Gate Bridge, die offiziell längste Hängebrücke der Vereinigten Staaten von Amerika (1280 Meter Mittelspannweite). Und da kann die Mackinac Bridge mit noch so vielen Rekorden aufwarten (ihre Gesamtlänge beträgt 8038 Meter, die der Golden Gate Bridge schlappe 2737 Meter): Mit dem orangeroten Wahrzeichen San Franciscos kann sie einfach nicht mithalten. Schon deshalb, weil viel seltener jemand vorbeikommt.

Die Mackinac Bridge führt nämlich gewissermaßen ins Nichts. Gerade einmal 328.000 Menschen leben auf der oben Halbinsel Michigans, das sind 3 Prozent der Gesamtbevölkerung des Bundesstaates. Im Sommer kommen noch ein paar Touristen hinzu. Als wir in der vorvergangenen Woche nach einem Hotelzimmer in Mackinaw City suchten und keines fanden, jedenfalls nicht zu einem vernünftigen Preis, hatten wir das Gefühl, dass der touristische Boom in Michigans Norden nun endgültig ausbricht. Das war allerdings nur vorübergehend der Fall. Einer der Gründe für den Hotelengpass: Die Brücke hatte Geburtstag!

Nun war ich bisher der Ansicht, dass Brücken-Jubiläen mit Vorteil am Jahrestag der Eröffnung gefeiert werden. Die Mackinac Bridge wurde am 1. November 1957 für den Verkehr freigegeben, und deswegen hatte ich mir diesen Artikel auch schon vor langer Zeit vorgenommen – für den November. Aber wer weiß schon, wie das Wetter im Herbst ist, mögen sich die Verantwortlichen gesagt haben und planten die 50er-Jubelfeier im Sommer ein. Das war vernünftig, muss ich im Nachhinein sagen, sonst hätten wir bestimmt nicht persönlich gratuliert.

Ich erfuhr von den Feierlichkeiten, als ich bei der Planung für den Wochenendtrip auf die Website der Mackinac Bridge geriet. Dort stand auch, dass die Brücke deswegen über Mittag gesperrt sein würde. So verschoben wir die Fahrt hinüber zur Upper Peninsula auf den Nachmittag und trieben uns erst noch ein wenig an der Nordspitze der unteren Halbinsel herum. Wir sahen eine Versteigerung unter freiem Himmel, bei der ein kleiner metallverabeitender Betrieb – auf Deutsch: eine Schlosserei – unter den Hammer kam, und freuten uns über den Singsang des Auktionators („Gimme hundred, hundred, hundred…“). Und im Wilderness State Park sichteten wir einen Weißkopfseeadler. Ein Geburtstagsfoto musste ebenfalls sein.

Happy Birthday to da Bridge!

Offizielle Website: www.mackinacbridge.org

Nachtrag vom 21. April 2008:
Mehr zum Thema steht jetzt auf suite101: Mighty Mac verbindet Michigan

Tuesday, July 24, 2007

Ein Sonntagnachmittag in Port Austin

In der Ferne zieht ein Gewitter über dem Lake Huron auf. Ab und zu blitzt es. Das Wasser schimmert in einem grünlichen Grau, und der Wind frischt ein wenig auf. Aber die Wellen rollen weiterhin gemächlich ans Ufer, und über der Bucht von Port Crescent scheint die Sonne. DerBeach bei Port Austin © Cornelia Schaible Schatten einer Möwe gleitet übers Dünengras. Nur das Rauschen der Wellen ist zu hören, es schluckt jeden Lärm. Ein Sonntagnachmittag am Strand: Die Zeit steht still.

Es soll Deutsche geben, die im Sommer nach Florida fahren. Dafür sieht man in der warmen Jahreszeit jede Menge Autokennzeichen mit der Aufschrift „www.myflorida.com“ in Michigan. An die Strände von Port Austin zieht es indessen vor allem Einheimische, wie sich auf dem Parkplatz des nahen State Parks zeigt. Das hat verschiedene Gründe: An den „Daumen“ der fäustlingsförmigen unteren Halbinsel Michigans führt keine Autobahn. Und die paar Sandhügel am Lake Huron können den Riesendünen am Michigan nun wirklich keine Konkurrenz machen. Außerdem finden Touristen im beschaulichen Port Austin zwar Unterkunft und Verpflegung, aber weit und breit keine Shoppingmeile.

Die bescheidene touristische Infrastruktur sorgt immerhin dafür, dass die Beschaulichkeit erhalten bleibt. Und die meisten Besucher konzentrieren sich ohnehin auf den Strand. Denn das ist der große Vorteil der Strände an der Daumenspitze: Sie sind für einen Tagesausflug ideal. Kein anderer ernst zu nehmender Beach ist von Metro Detroit aus so einfach zu erreichen; von Troy nach Port Austin sind es laut Mapquest 120 Meilen.

Die Fahrzeit ist allerdings etwas zu optimistisch angegeben – drei Stunden muss man schon rechnen. Aber es ist eine gemütliche Fahrt übers flache Land, vorbei an Maisfeldern und Dairy Farmen. Dafür braucht es nicht einmal eine Karte: Die M-53, also Van Dyke Road, führt direkt von Detroit nach Port Austin. In Richtung Norden, und immer schön geradeaus.

Der Albert E. Sleeper State Park, etwas westlich von Port Austin bei Caseville gelegen, hat ebenfalls einen ganz passablen Strand. Und wer nach einem Nachmittag am Beach hungrig geworden ist, kann auch erst nach dem Dinner wieder heimfahren: „The Farm Restaurant“ und „The Bank 1884“ sind über die Region hinaus bekannt. Das renommierte Restaurant im historischen „Garfield Inn“, wo einst ein Präsident Hausgast war, ist derzeit allerdings geschlossen. Es finden sich aber auch schlichtere Etablissments, die unter anderem Fisch aus dem Lake Huron auftischen.

Für ein Dessert ist noch auf der Rückfahrt Zeit: In Bad Axe gibt’s eine „Dairy Queen“. Direkt an der M-53.

Thursday, June 7, 2007

Mackinac Island, die Insel der Pferde

Klipp-klapp. Klipp-klapp. Das gleichmäßige Klackern der Pferdehufe ist das einzige nennenswerte Verkehrsgeräusch auf Mackinac Island, und es hat eine entschieden heitere Note. Natürlich hätten wir auch zu Fuß gehen können, von der Anlegestelle ist es wirklich nicht weit nach Mission Point. Zumal das Gepäck von der Fähre direkt ins Hotel gebracht wird. Aber die meisten Teilnehmerinnen der GPWA-Reisegruppe, die an einem milden Maienabend von der Fähre steigen, nehmen ein Pferdetaxi. Denn das lässt einen am einfachsten hineinfinden in den gemächlichen Rhythmus, der auf der Insel herrscht.

Die öffentlichen Transportmittel auf Mackinac Island fahren alle zweispännig. Dem Fahrgast beschert das einen nicht alltäglichen Ausblick: Links und rechts vom Kutschbock, auf dem einePercheron-Gespann vor einer Kutsche des Grand Hotels © Cornelia Schaible junge Frau sitzt, bewegen sich zwei mächtige Pferdehintern gleichmäßig auf und ab. Es sind braune Kaltblüter mit fahlen Mähnen, schwere Belgier, die klassischen Zugpferde in Amerika. Genau wie die Percheron stammen sie von jenen massigen Pferden ab, auf denen einst die alten Ritter in die Schlacht zogen.

Als ich zum ersten Mal auf dem Michigan State Fair in Detroit war, wunderte ich mich über die Vielzahl der Kaltblutrassen, die dort vorgeführt wurden – vor Kraft strotzende Pferde, die bei der landwirtschaftlichen Leistungsschau unter anderem einen Truck ziehen mussten. Auf dem State Fair werden auch die prächtigsten Gespanne gekürt. Inzwischen ist mir klar, warum so viele Zugpferde ausgerechnet in Michigan das Postkutschenzeitalter überlebt haben: Sie werden noch gebraucht. Mennoniten und Amische spannen im Frühjahr das Rösslein an, um es bei der Feldarbeit einzusetzen. Vor allem aber haben die Pferde im Bundesstaat, in dem die horseless carriage einst ihren Siegeszug antrat, buchstäblich eine Rückzugsinsel gefunden: Mackinac Island.

Die Insel in den Straits of Mackinac ist bereits seit 1898 autofrei: Die Pferde vertrugen den Lärm der Motorkutschen nicht und scheuten. Auf Druck der Mackinac Horsemen’s Association wurden die Autos daraufhin vom idyllischen Eiland verbannt. In den Sommermonaten leben über 600 Pferde auf Mackinac Island; im Winter sind es immerhin noch 30 Stück, die Taxi- und Transportdienste leisten. Neben Zugpferden gibt es selbstverständlich auch Reitpferde, und Gäste können sogar ihr eigenes Pferd für einen Ausritt auf der Insel mitbringen. Die Arnold Ferry Line nimmt auch Pferde mit an Bord.

Auf der Insel der Pferde gelten auch besondere Verkehrsregeln: Ein Pferd hat immer Vorrang. Zum Glück ist das Hufegeklapper nicht zu überhören. Und obwohl gerade die Zugpferde besonders gutmütig sind, sollte man sie nicht einfach streicheln – sie schlafen zuweilen im Stehen und könnten sich unnötig erschrecken. Wer ein Buggy für eine kleine Insel-Spritztour mietet, wird in die equine etiquette eingeführt.

Für Pferdenarren gibt es im Sommer auf der Insel Traumjobs. Im Park des Grand Hotels treffe ich eine schon etwas ältere, einfach gekleidete Frau, die auf einer Bank sitzt und eine Zigarette raucht. Sie genießt den Blick auf das historische Luxushotel, in dem sie nie absteigen wird. Wir kommen ins Gespräch, und sie erzählt mir, dass sie übers Wochenende auf der Insel ist, um ihre Tochter zu besuchen „Sie fährt hier Taxi.“

Nachtrag vom 28. Mai 2008:
Mehr zum Thema steht jetzt auf suite101: Zeitreise nach Mackinac Island

Wednesday, January 3, 2007

Sehnsucht nach Bullerbü

Der Parkplatz ist riesig – wahrscheinlich größer als der von europäischen Filialen, aber in Amerika braucht eben alles mehr Platz. Dafür steigt am Eingang gleich ein vertrauter Duft in die Nase: nach Holzleim und nach Zimt. So riecht’s nur bei Ikea. Und gleich fühlt man sich ganz wie zu Hause. Wohnst du noch oder lebst du…?

Nun, ich habe in den Staaten bisher ganz gut überlebt, auch ohne das blaugelbe Möbelhaus. Allerdings, wenn ich es mir recht überlege, stimmt das gar nicht – als vor dreieinhalb Jahren mein Umzugscontainer ankam, verstaute ich den Inhalt aus 25 Bücherkisten in sieben weißen Billy-Regalen. Die hatte ich online bestellt, und die firmeneigene Spedition brachte sie mir direkt ins Apartment. Eines Tages stand ein Mann mit einem länglichen Paket im Arm vor der Tür und sagte: „Hi, I’m from [ai'ki:a]!“ Es dauerte einen Moment, bis bei mir der Groschen fiel. Dann lachten wir beide. Mein Mann baute die Regale zusammen, ich räumte die Bücher alphabetisch geordnet in die Fächer, und im Wohnzimmer sah es im Handumdrehen aus wie früher. Herr Goethe braucht immer noch ein ganzes Regalfach. Seitdem fühle ich mich hier ganz zu Hause.

Im Bewusstsein, notfalls jederzeit an weitere Regalbausätze zu kommen, wurden wir auch nicht nervös, als sich die lange angekündigte Ikea-Neueröffnung in Metro Detroit immer weiter hinausschob. Der Rest der Welt konnte es hingegen kaum mehr erwarten. Als die schwedische Möbelkette im Juni ihre Filiale in Canton eröffnete, die erste in Michigan, gab es einen Massenansturm wie bei einem Superbowl-Spiel, und der Verkehr brach weitläufig zusammen. Die Medien sprachen vom „Ikea-Fieber“. Sogar „Spiegel-Online“ berichtete darüber. Ein paar Leute hatten drei Tage lang auf dem Ikea-Parkplatz kampiert – und das alles für den Sessel Poäng im Wert von 79 Dollar, den die ersten 100 Kunden geschenkt bekamen.

Unser gesamter Freundeskreis pilgerte im Lauf der vergangenen Monate zu Ikea; samstägliche Familienausflüge schienen überhaupt nur noch ein Ziel zu haben. War man irgendwo eingeladen, gab es in der Mikrowelle aufgewärmte Ikea-Zimtschnecken. Neben spannenden Bausätzen führt die Möbelkette nämlich schwedische Leckereien im Sortiment, und die sind sogar fertig. Mindestens eine meiner Bekannten ist davon abhängig – irgendjemand fährt immer nach Ikea, und sie lässt sich die klebrigen Teilchen dann mitbringen. Wir hingegen verschoben unseren Trip immer wieder. Irgendwann zwischen Weihnachten und Neujahr gab es aber keine Ausrede mehr: Eine neue Kommode musste her.

Ein Besuch bei Ikea ist wie ein Treffen mit guten alten Bekannten aus der Studentenzeit. Gleich zu Beginn des Möbel-Labyrinths stehen die Sofas. „Hey – es gibt immer noch Klippan“, höre ich mich beim Anblick eines schnittigen Zweisitzers jubeln. Es ist allerdings auch so unbequem wie früher, stellt sich beim Probesitzen heraus. Sofa Sandhem dagegen gefällt uns richtig gut. Schön schlicht, sowas gibt’s in amerikanischen Möbelhäusern nur selten. Bequem zurückgelehnt schauen wir zu, wie sich Amerikaner für schwedisches Möbeldesign erwärmen. Eines muss man ihnen lassen – Shopping betreiben sie stets mit größtem Ernst, den nicht einmal schwedische Produktnamen beeinträchtigen. Die französischsprachige Kundschaft habe ich da ganz anders in Erinnerung: In der Ikea-Filiale am Genfersee lasen sich die Leute gegenseitig die Schildchen vor und lachten sich kringelig.

Je weiter wir vordringen, desto aufgekratzter werden wir. All das helle Holz! Und das geradlinige Design! Nicht zu fassen: Kaum sieht man ein paar blonde Schwedenmöbel herumstehen, da fühlt man sich schon wie Karlsson auf dem Dach. Reif für einen Urlaub in den Schären. Bullerbü, wir kommen! An der Kasse riecht es wieder nach Zimtschnecken, die in der deutschen Astrid-Lindgren-Übersetzung Zimtwecken heißen.

Die Euphorie hält an, bis mein Mann die Kommodenschubladen zusammenschraubt. Ein Loch ist falsch gebohrt und muss künstlich erweitert werden. Es sieht nicht schön aus. Als ich die Schublade vor dem Einbauen auswische, bricht eine Seitenleiste entzwei. Was nun? Noch einmal nach Canton? Mein Mann hat eine andere Lösung: Er holt eine Tube Holzleim und verklebt großzügig die Bruchstelle sowie sämtliche Fugen und Ritzen. Am Ende ist die Schublade quasi mit Leim getränkt. Im Moment hält sie noch.

Wie war das noch – wie heißt die Steigerungsreihe von „egal“? Der Superlativ lautet jedenfalls: „Ikearegal“.

Friday, August 18, 2006

Say Ya to Da Yoopers (2)

Auf der Oberen Halbinsel von Michigan, üblicherweise kurz U.P. genannt, gilt der Bär als Sympathieträger. Sonst würde nicht so häufig mit ihm geworben. Auch vor dem „Rainbow Lodging Motel“ in Silver City steht einer – ein eher zahmes Exemplar aus Holz, leicht verwittert, das die Autofahrer mit der linken Tatze grüßt. Ein Schild lädt dazu ein, kurz hereinzuschauen und ein Zimmer in Augenschein zu nehmen. Das Motel wirbt zwar mit einem Privatstrand am Lake Superior, aber die meisten Gäste dürften eher Wandern als Baden im Sinn haben: Zum Porcupine Mountains Wilderness State Park ist es von hier aus nur noch ein Katzensprung. Und dort, so steht in den Reiseführern, leben besonders viele Bären.

Der in den Waldgebieten Nordamerikas beheimatete Schwarzbär (Ursus americanus) gilt als scheu; wenn er einen Menschen sehe, ergreife der Bär üblicherweise die Flucht, steht in einem Informationsblatt der Porcupine Mountains. Möglicherweise fürchtet sich aber nicht nur das Tier. „Sie sollten darauf gefasst sein, Bären zu treffen“, warnt die Frau an der Rezeption des „Rainbow“-Motels. „Auch hier im Dorf.“ Die Bildschirmtapete ihres Computers zeigt eine Bärenmutter mit drei Jungen. Das Foto sei nicht im Park entstanden, erklärt sie, sondern hinter dem Café gleich nebenan: „Die füttern die Bären.“

Das ist nun genau das, was die Ranger im nahen Naturpark unbedingt verhindern wollen. Denn: „Lernen die Bären erst, Futter mit Menschen in Verbindung zu bringen, können sie gefährlich werden.“ Ihre natürliche Scheu gehe dann verloren. In den Porcupine Mountains wird diese Regel offenbar befolgt – Bären und die Wanderer scheinen gut miteinander auszukommen. Zumindest halten die Bären respektvollen Abstand: Sie überqueren die Straße zum Parkeingang angeblich immer einige Meter vom Kassenhäuschen entfernt. Wir verlassen den Park allerdings, ohne Bären gesehen zu haben. Das Panorama mit dem Lake of the Clouds, der den Titel vieler Wanderführer schmückt, war die Reise allein schon wert. Petze gibt’s auch anderswo: zum Beispiel im nächsten Dorf.

Wenn man einen schönen Sommerabend in Silver City verbringt und nach dem Dinner noch Lust auf etwas Süßes bekommt, wird man zwangsläufig beim „End of the Rainbow Café“ landen. Und dort, gleich hinter der am Waldrand gelegenen Imbissbude – nein, das ist kein Hund. Das schwarze Tier, das dort sitzt und frisst, ist um einiges größer. Es ist ein ausgewachsener Bär, der an irgendetwas nagt, vermutlich an einem Hühnerbein. Nach kurzer Zeit kommt noch ein weiterer Bär aus dem Wald, offenbar ebenfalls auf der Suche nach einem Snack, den er anschließend geduldig vom Boden klaubt. „Wir füttern ihnen Reste und Sonnenblumenkerne“, steht auf einem Blatt, das neben der Selbstbedienungstheke des winzigen Cafés mit der Aufschrift „RESTARAUNT“ hängt. Die Spezialität des Hauses: frittiertes Huhn. Und zum Nachtisch gibt’s Eis. Wir nehmen Kirscheis, mit dicken schwarzen Michigan-Kirschen drin.

Damit sich Gäste und Bären nicht in die Quere kommen, hat der Besitzer zwischen dem Parkplatz und der Waldwiese hinter dem Café, wo sich die Bären tummeln, einen starken Maschendrahtzaun aufgestellt. Denn ganz Abend über kommen Eltern mit ihren Kindern, die dann eine Weile eisschleckend am Zaun stehen, bevor sie wieder davonfahren. Die Bären nehmen kaum Notiz.

Bären zu füttern mag zwar nicht im Sinne der Naturschützer sein. Aber es ist auf jeden Fall gut fürs Geschäft.

Wednesday, August 9, 2006

Say Ya to Da Yoopers (1)

Auf einem Satellitenbild ist der Bundesstaat Michigan ebenso einfach zu erkennen wie auf der USA-Karte, die über meinem Schreibtisch hängt – das sind die beiden Landzungen, die von den drei größten der Großen Seen eingefasst werden. Jeder Michigander ist mächtig stolz darauf, dass sein Heimatstaat die längste Küstenlinie nach Alaska hat. Vielleicht hätte man genauer nachmessen sollen, dann wäre sie noch länger.

Die besondere geografische Lage bringt auch sonst allerhand Merkwürdigkeiten mit sich: Die Upper Peninsula von Michigan grenzt an Wisconsin, die Lower Peninsula an Indiana und Ohio. Untereinander sind dieDie Mackinac Bridge verbindet die beiden Halbinseln von Michigan © Cornelia Schaible Obere und Untere Halbinsel nur durch eine Brücke verbunden, die Mackinac Bridge. Damit ist über das Verhältnis der jeweiligen Bewohner schon alles gesagt. Erschwerend hinzu kommt: Wer von unten nach oben will oder umgekehrt, muss Brückenzoll entrichten. Wenn man geschickt misst, nämlich zwischen den beiden Verankerungspunkten, ist Mighty Mac übrigens die drittlängste Hängebrücke der Welt.

Von knapp 10 Millionen Michigandern wohnen gerade mal etwas mehr als 300.000 auf der Upper Peninsula. Im Sommer bevölkern zusätzlich ein paar Urlauber die U.P., plus eine unbekannte Anzahl Moskitos. Vielleicht liegt es an den letzteren, dass sich der Touristen-Ansturm trotz großartiger Landschaftsbilder – Prädikat „wildromantisch“ – ziemlich in Grenzen hält. Aufgegebene Motels gehören zum Landschaftsbild. In vielen Gegenden riskiert der Reisende eher, einem Bär zu begegnen als einem anderen Touristen. Nach den Ferien sind die Yoopers, wie sich die Bewohner der U.P. nennen, ohnehin wieder weitgehend unter sich. Sie sind auch zweifellos ein bisschen eigen. „Jetzt leben wir schon seit mehr als 30 Jahren hier oben – und gelten noch immer noch als Flatlander“, sagt Pat Long, die gemeinsam mit ihrem Mann Bob das „Downtowner Motel“ in Houghton betreibt.

Im Gegensatz zur Lower Peninsula, die höchstens ein paar sandige Hügel aufweisen kann, gibt es auf der U.P. schroffe Felsen und Geländerücken, die im Westen sogar an Berge erinnern – das sind die Porcupine Mountains, kurz „Porkies“ genannt. Wer dort wandern will, muss die U.P. allerdings sehr mögen. Laut Mapquest beträgt die reine Fahrzeit von Detroit nach Ontonagon am Rand des Naturparks 9 Stunden und 35 Minuten.

Say ya to da U.P., eh!

Monday, July 3, 2006

Schrumpfkapitol, geschlossen

Am Samstag besuchten wir Lansing, die Hauptstadt von Michigan. Wir wollten das State Capitol besichtigen, wäre ja nett gewesen so kurz vor dem Independence Day. Nicht zuletzt deswegen, weil für die 1879 fertig gestellte Michigan-Regionalausgabe tatsächlich das US-Kapitol in Washington als Modell diente. Was da in der Mitte von Lansing steht, ist natürlich schon eher ein Schrumpfkapitol. Das wäre indessen nicht schlimm, wenn Lansing in irgendeiner Hinsicht an eine Hauptstadt erinnern würde. Bei 115.000 Einwohnern - in Greater Lansing leben sogar über 450.000 - müsste das durchaus drin sein. Die Stadt am Grand River ist nun allerdings der ödeste Ort zwischen Lake Michigan und Lake Huron, den ich bislang kennengelernt habe.

In der Markthalle verloren sich eine Handvoll Farmer aus dem Umland, die kleine Schälchen mit heimischen Erdbeeren und die ersten grünen Tomaten feilboten. Ein paar Radler benutzten den Weg am Fluss, und an der im Reiseführer erwähnten Fischtreppe stand ein Angler. Irgendwo saß ein Schwarzer mit einem Ghettoblaster, aus dem merkwürdigerweise R'n'B-Musik drang. Aber der Mann war auch nicht mehr der Jüngste. Sonst war die Innenstadt menschenleer, die Gegend um das Kapitol wie ausgestorben. Die große Eingangstreppe war abgesperrt, wegen in Bälde zu erwartender Bauarbeiten. Der Besucher wurde zum Eingang unter der Treppe umgeleitet. Dort gab es eine Glastür, hinter der ein kleines Pappschild hing. Das Kapitol sei samstags neuerdings leider geschlossen, war darauf zu lesen, "due to budgetary restrictions". Und dann stand da noch: "Please come again!"

Michigan ist ein armer Staat. Michigan muss sparen. Und daran wird auch der Charme von Gouverneurin Jennifer Granholm nichts ändern. Auch wenn es wahrscheinlich nur an der Sommerpause der Staatsregierung liegt, dass Lansing so verlassen wirkt - es passt. Es ist die Hauptstadt eines Bundesstaates, der unablässig Einwohner verliert. Viele der GM-Arbeiter, die jetzt den krisengeplagten Autokonzern mit einer Abfindung verlassen - in Michigan sind es laut "Detroit Free Press" rund 13500 - werden dem Staat den Rücken kehren und irgendwo im Süden anheuern. Dort, wo die japanischen Autokonzerne ihre Fabriken bauen.

Allein in Lansing haben 3400 Mitarbeiter von GM die Abfindungs- und Vorruhestandsangebote angenommen. Damit verlieren sie nicht nur ihre Krankenversicherung, sondern auch ihre Pension - sie werden ihr Glück woanders suchen. Der Letzte macht dann das Licht aus. Im Kapitol war's schon dunkel.