„[…] we still have socialism for capitalists, and capitalism for everybody else.“
MICHAEL LEWIS, Autor von „The Big Short“, auf MSNBC in einem Kommentar zu den jüngsten Banken-Gewinnen; zitiert nach Frank Rich in der „New York Times“ vom 12. Februar.
Sunday, February 20, 2011
Tuesday, February 15, 2011
Gedanken zu Punkten und Strichen
Dirk Westphal, Chefredakteur von „suite101.de“, outete sich gestern als „Gedankenstrichfetischist“ in einem Blogbeitrag über „über die Marotten von Autoren“.
Und ich hab’ mich schon gewundert, warum bei suite101 niemand an meinen überall großzügig versprenkelten Gedankenstrichen Anstoß nimmt. Ganz im Gegenteil: Gelegentlich haben Redakteure noch – zusätzlich! – welche eingefügt. Wie der Herr, so’s Gescherr, nehme ich an...
Womit ich mein Soll an Ausrufezeichen und Pünktchenpünktchen in diesem Text auch schon erfüllt hätte. Als ich einst Redakteurin war, genehmigte ich bei meinen freien Mitarbeitern nie mehr als ein Ausrufezeichen pro Text; fürs ausufernde Pünktchen musste man schon einen Antrag schreiben. Oder so ähnlich. Neuerdings gibt es aber noch eine Interpunktionsmarotte, die ich für weitaus bedenklicher halte als den, Zitat Westphal, „marktschreierischen Doppelpunkt“ – das sind die Sätze von der Sorte: Jetzt. Kommt. Aber. Etwas. Total. Wichtiges. Nun, und was das Semikolon angeht, vielleicht sollte man dafür ein Preisausschreiben ausloben, mit einem Augenzwinkern. Wahrscheinlich gilt es vielen als elitär, wie im US-Englischen.
Als bei den New Yorker Verkehrsbetrieben einmal jemand auf die Idee kam, in aller Öffentlichkeit ein Semikolon zu benutzen, wurde darüber in der „New York Times“ berichtet. I’m not kidding. Die Überschrift des Artikels lautete: „Celebrating the semicolon in a most unlikely location.“
Und ich hab’ mich schon gewundert, warum bei suite101 niemand an meinen überall großzügig versprenkelten Gedankenstrichen Anstoß nimmt. Ganz im Gegenteil: Gelegentlich haben Redakteure noch – zusätzlich! – welche eingefügt. Wie der Herr, so’s Gescherr, nehme ich an...
Womit ich mein Soll an Ausrufezeichen und Pünktchenpünktchen in diesem Text auch schon erfüllt hätte. Als ich einst Redakteurin war, genehmigte ich bei meinen freien Mitarbeitern nie mehr als ein Ausrufezeichen pro Text; fürs ausufernde Pünktchen musste man schon einen Antrag schreiben. Oder so ähnlich. Neuerdings gibt es aber noch eine Interpunktionsmarotte, die ich für weitaus bedenklicher halte als den, Zitat Westphal, „marktschreierischen Doppelpunkt“ – das sind die Sätze von der Sorte: Jetzt. Kommt. Aber. Etwas. Total. Wichtiges. Nun, und was das Semikolon angeht, vielleicht sollte man dafür ein Preisausschreiben ausloben, mit einem Augenzwinkern. Wahrscheinlich gilt es vielen als elitär, wie im US-Englischen.
Als bei den New Yorker Verkehrsbetrieben einmal jemand auf die Idee kam, in aller Öffentlichkeit ein Semikolon zu benutzen, wurde darüber in der „New York Times“ berichtet. I’m not kidding. Die Überschrift des Artikels lautete: „Celebrating the semicolon in a most unlikely location.“
Thursday, February 3, 2011
Das Jahr des Hasen
Wenn mich jemand nach meinem Sternzeichen fragt, antworte ich stets: Mein Name ist Hase! Von chinesischen Tierkreiszeichen verstehe ich zwar nichts – aber sie sind mir allemal sympathischer als
Horoskope westlicher Prägung. „Luckiest of all signs. You are also talented and articulate“, steht auf einem mit dem chinesischen Zodiak bedruckten Platzdeckchen, das ich einmal aus einem China-Restaurant mitgenommen habe. Das hört man doch gern. „Affectionate, yet shy, you seek peace throughout your life. Marry a Sheep or a Boar!“ Das habe ich offenbar richtig gemacht, ohne es zu wissen. Ich habe ganz bestimmt nie darüber nachgedacht, ob es wohl gut ist, ein Wildschwein zu heiraten.
Jedenfalls beginnt heute das Jahr des Hasen – mein viertes. In meinem dritten Hasenjahr war ich in Japan. Meine Güte, ist das wirklich schon zwölf Jahre her? Dort kauften wir auch die Reisschälchen mit den Hasenmotiven, die auf dem Foto zu sehen sind.
Das Hasenjahr sei ein harmonisches und angenehmes, meinen die Chinesen. Das wünsche ich uns allen. Ein „9 course New Year dinner“ inklusive „Free Lion Dance“ bietet das nächstgelegene chinesische Restaurant in den nächsten Tagen an. Das sollte man sich glatt überlegen.
Happy New Year!
Horoskope westlicher Prägung. „Luckiest of all signs. You are also talented and articulate“, steht auf einem mit dem chinesischen Zodiak bedruckten Platzdeckchen, das ich einmal aus einem China-Restaurant mitgenommen habe. Das hört man doch gern. „Affectionate, yet shy, you seek peace throughout your life. Marry a Sheep or a Boar!“ Das habe ich offenbar richtig gemacht, ohne es zu wissen. Ich habe ganz bestimmt nie darüber nachgedacht, ob es wohl gut ist, ein Wildschwein zu heiraten. Jedenfalls beginnt heute das Jahr des Hasen – mein viertes. In meinem dritten Hasenjahr war ich in Japan. Meine Güte, ist das wirklich schon zwölf Jahre her? Dort kauften wir auch die Reisschälchen mit den Hasenmotiven, die auf dem Foto zu sehen sind.
Das Hasenjahr sei ein harmonisches und angenehmes, meinen die Chinesen. Das wünsche ich uns allen. Ein „9 course New Year dinner“ inklusive „Free Lion Dance“ bietet das nächstgelegene chinesische Restaurant in den nächsten Tagen an. Das sollte man sich glatt überlegen.
Happy New Year!
Thursday, January 20, 2011
Warum die NAIAS nach wie vor in Detroit ist
Vor zwei Jahren regnete es noch durchs Dach im Cobo Center, und die US-Autoindustrie wurde schon ausgezählt. Seither hat sich einiges geändert: GM und Chrysler haben eine Insolvenz überstanden und
fahren wieder Gewinne ein, und Ford – ohne Regierungskredite durch die Krise gekommen – ist sowieso der neue Platzhirsch, was Innovationen angeht: Die Marke mit dem blauen Oval stellte zehn Spritsparmodelle auf der NAIAS vor, darunter den Ford Electric sowie einen Plug-in-Hybrid, den C-Max-Energy. Dass bei der Detroiter Autoshow niemand mehr depressiv wird, hat aber auch damit zu tun, dass das Messegebäude wieder deutlich besser in Schuss ist: Neuerdings hat dort eine regionale Behörde das Sagen; die City of Detroit war mit dieser Aufgabe eindeutig überfordert. Insgesamt sollen in das Gebäude, das zuletzt Ende der Achtzigerjahre renoviert wurde, über 80 Millionen Dollar investiert werden.
Das war aber auch Zeit. Immer häufiger war in den vergangenen Jahren die Rede davon, dass man die North American Internation Auto Show wohl verlegen müsse. Am besten zur Konkurrenz nach LA, wo es sowieso wärmer ist. Nun mag die Automesse in LA zwar ideal sein für das Luxussegment, aber sie ist doch ein bisschen weit weg von den industriellen Zentren, wo Fahrzeughersteller und Zulieferer produzieren. Einziger Autobauer mit Sitz in Kalifornien ist Tesla; das Tesla-Headquarter befindet sich in Palo Alto. Der Rest der Autoindustrie sitzt – nein, nicht direkt in Detroit, wie oft fälschlicherweise angenommen. Nur GM hat seinen Hauptsitz in Detroit; Ford ist in Dearborn und Chrysler in Auburn Hills. Aber die Motor City liegt doch ziemlich zentral, wenn man sich die Verteilung der Montagewerke ansieht – nicht zuletzt im Hinblick auf die Fabriken der Großen Drei in Kanada.
Es ist also anzunehmen, dass man in Detroit auch künftig in der zweiten Januarwoche viele Journalisten sehen wird, die einen Bändel mit nebenstehend gezeigtem NAIAS-Presseausweis um den Hals tragen.
Mehr zum Thema auf suite101: NAIAS 2011: Automesse in Detroit
Die Geschichte der North American International Auto Show (NAIAS)
fahren wieder Gewinne ein, und Ford – ohne Regierungskredite durch die Krise gekommen – ist sowieso der neue Platzhirsch, was Innovationen angeht: Die Marke mit dem blauen Oval stellte zehn Spritsparmodelle auf der NAIAS vor, darunter den Ford Electric sowie einen Plug-in-Hybrid, den C-Max-Energy. Dass bei der Detroiter Autoshow niemand mehr depressiv wird, hat aber auch damit zu tun, dass das Messegebäude wieder deutlich besser in Schuss ist: Neuerdings hat dort eine regionale Behörde das Sagen; die City of Detroit war mit dieser Aufgabe eindeutig überfordert. Insgesamt sollen in das Gebäude, das zuletzt Ende der Achtzigerjahre renoviert wurde, über 80 Millionen Dollar investiert werden. Das war aber auch Zeit. Immer häufiger war in den vergangenen Jahren die Rede davon, dass man die North American Internation Auto Show wohl verlegen müsse. Am besten zur Konkurrenz nach LA, wo es sowieso wärmer ist. Nun mag die Automesse in LA zwar ideal sein für das Luxussegment, aber sie ist doch ein bisschen weit weg von den industriellen Zentren, wo Fahrzeughersteller und Zulieferer produzieren. Einziger Autobauer mit Sitz in Kalifornien ist Tesla; das Tesla-Headquarter befindet sich in Palo Alto. Der Rest der Autoindustrie sitzt – nein, nicht direkt in Detroit, wie oft fälschlicherweise angenommen. Nur GM hat seinen Hauptsitz in Detroit; Ford ist in Dearborn und Chrysler in Auburn Hills. Aber die Motor City liegt doch ziemlich zentral, wenn man sich die Verteilung der Montagewerke ansieht – nicht zuletzt im Hinblick auf die Fabriken der Großen Drei in Kanada.
Es ist also anzunehmen, dass man in Detroit auch künftig in der zweiten Januarwoche viele Journalisten sehen wird, die einen Bändel mit nebenstehend gezeigtem NAIAS-Presseausweis um den Hals tragen.
Mehr zum Thema auf suite101: NAIAS 2011: Automesse in Detroit
Die Geschichte der North American International Auto Show (NAIAS)
Wednesday, January 12, 2011
85 guns per 100 people
„There are about 85 guns per 100 people in the United States, and we are particularly awash in handguns. […]
Just since the killings in Tucson, another 320 or so Americans have been killed by guns — anonymously, with barely a whisker of attention. By tomorrow it’ll be 400 deaths. Every day, about 80 people die from guns, and several times as many are injured.“
Kolumnist NICHOLAS D. KRISTOF in der heutigen „New York Times“ über den Anschlag vom Samstag in Arizona, bei dem die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt wurde und sechs Menschen starben; sich selbst bezeichnet Kristof als „an Oregon farm boy who was given a .22 rifle for my 12th birthday“.
Just since the killings in Tucson, another 320 or so Americans have been killed by guns — anonymously, with barely a whisker of attention. By tomorrow it’ll be 400 deaths. Every day, about 80 people die from guns, and several times as many are injured.“
Kolumnist NICHOLAS D. KRISTOF in der heutigen „New York Times“ über den Anschlag vom Samstag in Arizona, bei dem die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt wurde und sechs Menschen starben; sich selbst bezeichnet Kristof als „an Oregon farm boy who was given a .22 rifle for my 12th birthday“.
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