Gestern waren wir in der Mall, und ich suchte den „Fossil“-Laden auf, weil ich den ganzen Sommer an eine weiße Tasche zum Umhängen gedacht und irgendwie nie Ernst damit gemacht hatte, eine zu kaufen. Die Taschen im Laden waren braun, grün oder orange. Weiß: Fehlanzeige. Ich wandte mich mit meinem Wunsch an einen Verkäufer. Der junge Mann sah mich an, als käme ich vom Mond. Oder wenigstens von der südlichen Hemisphäre. „It’s fall now“, sagte er dann pikiert.
Draußen war es schwül, und es sah nach Gewitter aus. Nichts Besonderes am letzten Julitag, mehrere Wochen vor dem offiziellen Herbstanfang. Auch das ist ein Grund dafür, warum eine Mall klimatisiert sein muss: Sonst würde im Juli und August keiner die neuen Herbstklamotten kaufen.
Allerdings muss ich sagen, dass ich auch im September noch keine Lust auf den saisonalen Garderobenwechsel habe – genausowenig wie mein Mann, der sich noch nie an die – mehr oder weniger offizielle – Regel gehalten hat, dass man nach Labor Day keine kurzärmeligen Hemden mehr trägt.
Im frühen Frühjahr sieht das alles etwas anders aus. Ich hatte noch nie etwas dagegen, leichte Sommerkleidung anzuprobieren, auch wenn draußen noch Schnee liegt. Nur Bikinis im Februar anprobieren, das geht gar nicht. Denn wer will schon im Spiegel der Umkleide sehen, wie eine Made im Bikini wirkt?
Sunday, August 1, 2010
Saturday, July 24, 2010
The Limits of Sarcasm
„My ignorant, working class family perpetually votes against their interest. So do most. I can cogently argue against any and all of their decisions, and sarcastically make them look as ignorant as they are (though I'm the only one that gets the joke). And yet, I'm stuck with a ex-drug addict, born again christian mother on disability in the state of california who votes republican period, and a father who is a disabled enlisted vet who votes republican period despite the fact that federal programs (i.e. democratic programs) have paid for my college education [...] and my healthcare.
You're great for a laugh, but god damnit I want to change things... and intellectual sarcasm gets us no where with most people because most people aren't intellectual.“
KOMMENTAR von „goodwillhunting“ in der Online-Ausgabe „New York Times“ zur heutigen Kolumne von Gail Collins, die auf sehr ironische Art und Weise die Widersprüchlichkeit der Tea-Party-Kandidaten aufzeigt.
You're great for a laugh, but god damnit I want to change things... and intellectual sarcasm gets us no where with most people because most people aren't intellectual.“
KOMMENTAR von „goodwillhunting“ in der Online-Ausgabe „New York Times“ zur heutigen Kolumne von Gail Collins, die auf sehr ironische Art und Weise die Widersprüchlichkeit der Tea-Party-Kandidaten aufzeigt.
Friday, July 23, 2010
Margaritaville in Bay City
Madonna, so steht es in Michigan-Reiseführern zu lesen, hält von ihrem Geburtsort wenig – angeblich bezeichnete sie Bay City schon als „armpit of the US“ und Schlimmeres. Das ist nicht nett. Und der Vergleich scheint auch durch nichts gerechtfertigt, jedenfalls aus touristischer Sicht:
Im Vergleich zu vielen anderen Städten Michigans, vor allem weiter im Südosten, erscheint Bay City geradezu idyllisch – in der Innenstadt gibt es zwar auch leerstehende Geschäfte, aber nichts ist zugenagelt, und in viele alte Gebäude sind Antiquitätenläden eingezogen. Ein neuer Hotelbau am Fluss bringt offenbar Business in die Stadt.
Wir waren vor einer Woche in Bay City, bei der Tall Ship Celebration. Mit den stattlichen Segelschiffen als Kulisse wirkte die Flusspromenade höchst malerisch, und die Stadt war in aufgekratzter Stimmung. Bay City hat Brücken, die sich für größere Schiffe im Nu öffnen, und das allein verfehlt seinen Eindruck auf auswärtige Besucher nicht. Abends waren wir in einem Restaurant namens „Dockside“, das genausogut nach Florida gepasst hätte. Wir tranken ein Landshark auf der Veranda, und eine Band spielte – wie könnte es anders sein – Jimmy Buffetts „Margaritaville“. Am gegenüberliegenden Ufer ging hinter Booten und Bäumen die Sonne unter.
Margaritaville kann überall sein. Im Sommer sogar in Michigan.
Im Vergleich zu vielen anderen Städten Michigans, vor allem weiter im Südosten, erscheint Bay City geradezu idyllisch – in der Innenstadt gibt es zwar auch leerstehende Geschäfte, aber nichts ist zugenagelt, und in viele alte Gebäude sind Antiquitätenläden eingezogen. Ein neuer Hotelbau am Fluss bringt offenbar Business in die Stadt. Wir waren vor einer Woche in Bay City, bei der Tall Ship Celebration. Mit den stattlichen Segelschiffen als Kulisse wirkte die Flusspromenade höchst malerisch, und die Stadt war in aufgekratzter Stimmung. Bay City hat Brücken, die sich für größere Schiffe im Nu öffnen, und das allein verfehlt seinen Eindruck auf auswärtige Besucher nicht. Abends waren wir in einem Restaurant namens „Dockside“, das genausogut nach Florida gepasst hätte. Wir tranken ein Landshark auf der Veranda, und eine Band spielte – wie könnte es anders sein – Jimmy Buffetts „Margaritaville“. Am gegenüberliegenden Ufer ging hinter Booten und Bäumen die Sonne unter.
Margaritaville kann überall sein. Im Sommer sogar in Michigan.
Wednesday, July 7, 2010
How Air Conditioning Changed America
„It’s pretty much unanimously believed that if we had not had air conditioning, we could not have had this huge migration of population from the North to the Sun Belt, and we certainly wouldn’t have seen 70 percent of all economic growth happening in the South since 1960. This has had major political implications by shifting electoral votes to predominantly red states in the South and West. In an imaginary world where air conditioning hadn’t been invented, it could easily be the case that many of the big Republican victories in the '90s and 2000s would not have happened.“
STAN COX, Autor des Buches „Losing Our Cool: Uncomfortable Truths About Our Air-Conditioned World (and Finding New Ways to Get Through the Summer)“ in einem Interview auf „salon.com“ über das außerordentlich interessante Thema, wie die Klimatisierung von Innenräumen die ökonomische und politische Landschaft der USA veränderte. Erst Klimaanlagen machten es zum Beispiel möglich, dass die Autobauer ihre Montagewerke in die südlichen US-Bundesstaaten oder nach Mexiko verlegen konnten, wie ich schon früher in einem Seminar zur Autoshow lernte.
STAN COX, Autor des Buches „Losing Our Cool: Uncomfortable Truths About Our Air-Conditioned World (and Finding New Ways to Get Through the Summer)“ in einem Interview auf „salon.com“ über das außerordentlich interessante Thema, wie die Klimatisierung von Innenräumen die ökonomische und politische Landschaft der USA veränderte. Erst Klimaanlagen machten es zum Beispiel möglich, dass die Autobauer ihre Montagewerke in die südlichen US-Bundesstaaten oder nach Mexiko verlegen konnten, wie ich schon früher in einem Seminar zur Autoshow lernte.
Saturday, June 12, 2010
Fotos von meiner Festplatte – Lake Michigan macht blau

Ich gebe zu, auf dem Bild ist ist nicht sehr viel zu sehen: eine gelangweilte Möwe, ein Stück Sandstrand und viel Wasser. Blaues Wasser bis zum Horizont, dann noch ein Stück Himmel. Ich habe es vor ziemlich genau vier Jahren aufgenommen, weil mich das Blau so beeindruckte – genauer gesagt, die vielen Tönungen von Blau, die Lake Michigan oft zeigt (und nein, das ist nicht getrickst). Das war am Strand von Ludington, an dem man meilenweit gehen kann, ohne eine menschliche Behausung zu sehen (den dekorativen Leuchtturm zähle ich nicht dazu). Wie beeindruckend weitläufig dieser Beach mit den Dünen dahinter ist, haben wir erst kürzlich wieder von der S.S. Badger aus gesehen, bei der Überfahrt von Ludington nach Manitowoc. Aber das ist eine andere Geschichte.
Mehr zum Thema auf suite101: Ludington, attraktivster State Park in Michigan, lohnt den Umweg
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