Weather.com wünscht heute einen „Happy Father’s Day“. In der Tat widmen die USA den Vätern einen richtigen Feiertag, der immer am dritten Sonntag im Juni begangen wird. Und beim amerikanischen Vatertag handelt es sich um ein Pendant zum Muttertag, nicht etwa um einen Sauftag. Das heißt, Dad verbringt den Tag mit der Familie, die Kinder erfreuen ihn mit Selbstgebasteltem, und die Gattin überreicht ihm einen neuen Schlips. Natürlich kriegt er zur Feier des Tages auch seine Leibspeise serviert.
Im vergangenen Jahr waren wir am Samstagabend vor dem Vatertag irgendwo zu einem Gartenfest eingeladen. Ich erinnere mich nur noch vage daran, was dort auf dem Grill brutzelte – ich glaube, es waren Schweinerippchen. Ich weiß aber noch genau, dass sich ein ziemlich großer Teil der Unterhaltung um das Vatertagsmenü drehte, das am nächsten Tag bei der ebenfalls eingeladenen Nachbarsfamilie serviert werden sollte. Mom hatte offenbar mehrere Pfund King crab legs im Supermarkt erstanden, und während die anderen Gäste noch die letzten Schweineknochen abnagten, schwärmte Dad schon von den kommenden Genüssen. Das war nicht sehr höflich, weckte aber allenthalben Taschenkrebs-Gelüste.
So gesehen ist der deutsche Vatertag, nämlich der zum Sauffest umfunktionierte kirchliche Feiertag Himmelfahrt, vom Brauchtum her schon etwas volkstümlicher. Es geht um Männerrituale. Was im Übrigen einen tiefen Einblick in das Rollenverständnis deutscher Väter erlaubt: Wenn sie sich feiern, hat die Familie nichts zu melden. Dann zieht die Herrlichkeit mit Bollerwagen und Bierfässchen durch die grüne Flur und empfindet das als Befreiung. Weder die Kirche noch engagierte Väter sind darüber recht glücklich. Der alkoholisierte Pseudo-Vatertag hat kein besonders tolles Image.
Aber auch in Amerika erreicht der Vatertag längst nicht die gleiche Popularität wie der Muttertag. Daran kann nicht einmal der Glückwunschkarten-Hersteller Hallmark etwas ändern: 150 Millionen Karten werden laut "Time Magazine" zu Mutters Ehrentag verschickt, Väter kriegen bloß 100 Millionen Kartengrüße. Vielleicht liegt es daran, dass sich in diesem Land ebenfalls eine Menge Väter von ihrer Familie absetzen. Und zwar ganzjährig.
Sunday, June 17, 2007
Thursday, June 7, 2007
Mackinac Island, die Insel der Pferde
Klipp-klapp. Klipp-klapp. Das gleichmäßige Klackern der Pferdehufe ist das einzige nennenswerte Verkehrsgeräusch auf Mackinac Island, und es hat eine entschieden heitere Note. Natürlich hätten wir auch zu Fuß gehen können, von der Anlegestelle ist es wirklich nicht weit nach Mission Point. Zumal das Gepäck von der Fähre direkt ins Hotel gebracht wird. Aber die meisten Teilnehmerinnen der GPWA-Reisegruppe, die an einem milden Maienabend von der Fähre steigen, nehmen ein Pferdetaxi. Denn das lässt einen am einfachsten hineinfinden in den gemächlichen Rhythmus, der auf der Insel herrscht.
Die öffentlichen Transportmittel auf Mackinac Island fahren alle zweispännig. Dem Fahrgast beschert das einen nicht alltäglichen Ausblick: Links und rechts vom Kutschbock, auf dem eine
junge Frau sitzt, bewegen sich zwei mächtige Pferdehintern gleichmäßig auf und ab. Es sind braune Kaltblüter mit fahlen Mähnen, schwere Belgier, die klassischen Zugpferde in Amerika. Genau wie die Percheron stammen sie von jenen massigen Pferden ab, auf denen einst die alten Ritter in die Schlacht zogen.
Als ich zum ersten Mal auf dem Michigan State Fair in Detroit war, wunderte ich mich über die Vielzahl der Kaltblutrassen, die dort vorgeführt wurden – vor Kraft strotzende Pferde, die bei der landwirtschaftlichen Leistungsschau unter anderem einen Truck ziehen mussten. Auf dem State Fair werden auch die prächtigsten Gespanne gekürt. Inzwischen ist mir klar, warum so viele Zugpferde ausgerechnet in Michigan das Postkutschenzeitalter überlebt haben: Sie werden noch gebraucht. Mennoniten und Amische spannen im Frühjahr das Rösslein an, um es bei der Feldarbeit einzusetzen. Vor allem aber haben die Pferde im Bundesstaat, in dem die horseless carriage einst ihren Siegeszug antrat, buchstäblich eine Rückzugsinsel gefunden: Mackinac Island.
Die Insel in den Straits of Mackinac ist bereits seit 1898 autofrei: Die Pferde vertrugen den Lärm der Motorkutschen nicht und scheuten. Auf Druck der Mackinac Horsemen’s Association wurden die Autos daraufhin vom idyllischen Eiland verbannt. In den Sommermonaten leben über 600 Pferde auf Mackinac Island; im Winter sind es immerhin noch 30 Stück, die Taxi- und Transportdienste leisten. Neben Zugpferden gibt es selbstverständlich auch Reitpferde, und Gäste können sogar ihr eigenes Pferd für einen Ausritt auf der Insel mitbringen. Die Arnold Ferry Line nimmt auch Pferde mit an Bord.
Auf der Insel der Pferde gelten auch besondere Verkehrsregeln: Ein Pferd hat immer Vorrang. Zum Glück ist das Hufegeklapper nicht zu überhören. Und obwohl gerade die Zugpferde besonders gutmütig sind, sollte man sie nicht einfach streicheln – sie schlafen zuweilen im Stehen und könnten sich unnötig erschrecken. Wer ein Buggy für eine kleine Insel-Spritztour mietet, wird in die equine etiquette eingeführt.
Für Pferdenarren gibt es im Sommer auf der Insel Traumjobs. Im Park des Grand Hotels treffe ich eine schon etwas ältere, einfach gekleidete Frau, die auf einer Bank sitzt und eine Zigarette raucht. Sie genießt den Blick auf das historische Luxushotel, in dem sie nie absteigen wird. Wir kommen ins Gespräch, und sie erzählt mir, dass sie übers Wochenende auf der Insel ist, um ihre Tochter zu besuchen „Sie fährt hier Taxi.“
Nachtrag vom 28. Mai 2008:
Mehr zum Thema steht jetzt auf suite101: Zeitreise nach Mackinac Island
Die öffentlichen Transportmittel auf Mackinac Island fahren alle zweispännig. Dem Fahrgast beschert das einen nicht alltäglichen Ausblick: Links und rechts vom Kutschbock, auf dem eine
junge Frau sitzt, bewegen sich zwei mächtige Pferdehintern gleichmäßig auf und ab. Es sind braune Kaltblüter mit fahlen Mähnen, schwere Belgier, die klassischen Zugpferde in Amerika. Genau wie die Percheron stammen sie von jenen massigen Pferden ab, auf denen einst die alten Ritter in die Schlacht zogen.Als ich zum ersten Mal auf dem Michigan State Fair in Detroit war, wunderte ich mich über die Vielzahl der Kaltblutrassen, die dort vorgeführt wurden – vor Kraft strotzende Pferde, die bei der landwirtschaftlichen Leistungsschau unter anderem einen Truck ziehen mussten. Auf dem State Fair werden auch die prächtigsten Gespanne gekürt. Inzwischen ist mir klar, warum so viele Zugpferde ausgerechnet in Michigan das Postkutschenzeitalter überlebt haben: Sie werden noch gebraucht. Mennoniten und Amische spannen im Frühjahr das Rösslein an, um es bei der Feldarbeit einzusetzen. Vor allem aber haben die Pferde im Bundesstaat, in dem die horseless carriage einst ihren Siegeszug antrat, buchstäblich eine Rückzugsinsel gefunden: Mackinac Island.
Die Insel in den Straits of Mackinac ist bereits seit 1898 autofrei: Die Pferde vertrugen den Lärm der Motorkutschen nicht und scheuten. Auf Druck der Mackinac Horsemen’s Association wurden die Autos daraufhin vom idyllischen Eiland verbannt. In den Sommermonaten leben über 600 Pferde auf Mackinac Island; im Winter sind es immerhin noch 30 Stück, die Taxi- und Transportdienste leisten. Neben Zugpferden gibt es selbstverständlich auch Reitpferde, und Gäste können sogar ihr eigenes Pferd für einen Ausritt auf der Insel mitbringen. Die Arnold Ferry Line nimmt auch Pferde mit an Bord.
Auf der Insel der Pferde gelten auch besondere Verkehrsregeln: Ein Pferd hat immer Vorrang. Zum Glück ist das Hufegeklapper nicht zu überhören. Und obwohl gerade die Zugpferde besonders gutmütig sind, sollte man sie nicht einfach streicheln – sie schlafen zuweilen im Stehen und könnten sich unnötig erschrecken. Wer ein Buggy für eine kleine Insel-Spritztour mietet, wird in die equine etiquette eingeführt.
Für Pferdenarren gibt es im Sommer auf der Insel Traumjobs. Im Park des Grand Hotels treffe ich eine schon etwas ältere, einfach gekleidete Frau, die auf einer Bank sitzt und eine Zigarette raucht. Sie genießt den Blick auf das historische Luxushotel, in dem sie nie absteigen wird. Wir kommen ins Gespräch, und sie erzählt mir, dass sie übers Wochenende auf der Insel ist, um ihre Tochter zu besuchen „Sie fährt hier Taxi.“
Nachtrag vom 28. Mai 2008:
Mehr zum Thema steht jetzt auf suite101: Zeitreise nach Mackinac Island
Tuesday, June 5, 2007
Deutsch an Detroiter Schulen: ein Trauerspiel
Wer Deutsch als Fremdsprache unterrichtet, hat in Metro Detroit genug zu tun – jedenfalls im Bereich der Erwachsenenbildung. Viele Unternehmen vermitteln ihren Ingenieuren und Managern Deutschkurse im Betrieb, das spart Zeit und setzt die Mitarbeiter ein Stück weit unter Erfolgszwang. Mehr als 300 deutsche Unternehmen haben ein Werk oder eine Niederlassung in Südostmichigan, und so gehören Deutschkenntnisse einfach zum guten Ton. Und zum Geschäft.
Der Bedarf an Deutschkursen für Erwachsene im Raum Detroit wird künftig sicher noch wachsen: An den High Schools der Metropole wird nämlich immer seltener Deutsch angeboten. An der King High School in Detroit etwa ließ man den Deutschunterricht auslaufen, in der Vorstadt West Bloomfield können Schüler demnächst kein Deutsch mehr lernen, und an der Seaholm High School in Birmingham ging die Deutschlehrerin weg und wurde nicht dauerhaft ersetzt. Von den drei High Schools in Farmington wird demnächst nur noch eine Schule die Sprache anbieten: die Farmington High School, wo Janet Harris Deutsch unterrichtet.
Obwohl ihre eigene Stelle zumindest im Moment nicht bedroht sei, fühle sie sich trotzdem von den Kürzungen betroffen, sagt Janet Harris: „Ich habe fast neun Jahre lang im Bezirk Deutsch unterrichtet, und ich habe so fleißig gearbeitet, um das Programm aufzubauen.“ Die Schülerzahl sei mit der Zeit stetig gewachsen, obwohl Deutsch immer mit Französisch und Spanisch konkurrieren musste – und diese beiden Sprachen werden in Farmington im Gegensatz zu Deutsch bereits in der Middle School angeboten. Deswegen sei es nun eine große Enttäuschung für sie, dass die Deutsch-Lehrkraft der beiden anderen High Schools eingespart werde – wer dort trotzdem Deutsch lernen möchte, soll künftig pendeln. Eine wenig attraktive Alternative.
„Es heißt, es bestehe nicht genug Interesse“, erklärt Janet Harris. „Aber das stimmt nicht: Die Nachfrage für Deutsch ist sogar gestiegen!“ Woher kommt dann diese ablehnende Haltung gegen Deutsch-Programme an High Schools, obwohl das Erlernen mindestens einer Fremdsprache in Michigan für jede/n Schüler/in in vier Jahren Pflicht sein soll? Laut Harris überwiegt immer noch die Vorstellung, dass Deutsch unmäßig schwer sei. „Doch das ist einfach absurd“, sagt die Deutschlehrerin, die ursprünglich aus England stammt und in Bath sowie in Freiburg studiert hat. Sie wisse auch gar nicht, woher dieses Missverständnis komme – wahrscheinlich von schlecht beratenen Entscheidungsträgern, die selbst keine Fremdsprache sprechen.
Sicher gebe es einige grammatische Schwierigkeiten im Deutschen, sagt die Lehrerin, in der die Sprache von Goethe und Schiller eine starke Fürsprecherin gefunden hat. „Aber jede Sprache ist auf ihre Weise schwierig.“ Und für die Anfängerstufe spiele die Grammatik ohnehin keine große Rolle – die Aussprache des Deutschen ist bekanntlich schnell und einfach zu lernen. „Außerdem steht das Englische dem Deutschen sehr viel näher als dem Französischen oder Spanischen“, wirbt Harris. Obwohl Spanisch heute in den USA sehr wichtig ist, gibt es für sie trotzdem einen wichtigen Grund, eher Deutsch zu lernen: „Wenn eine Firma jemanden einstellen möchte, der Spanisch kann, sucht man nach einem native speaker.“
Nicht nur in Michigan, wo Deutschland der wichtigste ausländische Investor ist, gibt es gute Gründe, dem Wirtschaftspartner auch sprachlich entgegenzukommen. US-Niederlassungen deutscher Firmen beschäftigen gut eine Million Amerikaner. Umgekehrt sind 2000 US-Unternehmen in deutschsprachigen Ländern geschäftlich tätig. Und so wird vielen Amerikaner erst bewusst, dass sie Deutsch können sollten, wenn sie ins Berufsleben eintreten. Was Johnny nicht lernt, lernt John immer mehr.
Der Bedarf an Deutschkursen für Erwachsene im Raum Detroit wird künftig sicher noch wachsen: An den High Schools der Metropole wird nämlich immer seltener Deutsch angeboten. An der King High School in Detroit etwa ließ man den Deutschunterricht auslaufen, in der Vorstadt West Bloomfield können Schüler demnächst kein Deutsch mehr lernen, und an der Seaholm High School in Birmingham ging die Deutschlehrerin weg und wurde nicht dauerhaft ersetzt. Von den drei High Schools in Farmington wird demnächst nur noch eine Schule die Sprache anbieten: die Farmington High School, wo Janet Harris Deutsch unterrichtet.
Obwohl ihre eigene Stelle zumindest im Moment nicht bedroht sei, fühle sie sich trotzdem von den Kürzungen betroffen, sagt Janet Harris: „Ich habe fast neun Jahre lang im Bezirk Deutsch unterrichtet, und ich habe so fleißig gearbeitet, um das Programm aufzubauen.“ Die Schülerzahl sei mit der Zeit stetig gewachsen, obwohl Deutsch immer mit Französisch und Spanisch konkurrieren musste – und diese beiden Sprachen werden in Farmington im Gegensatz zu Deutsch bereits in der Middle School angeboten. Deswegen sei es nun eine große Enttäuschung für sie, dass die Deutsch-Lehrkraft der beiden anderen High Schools eingespart werde – wer dort trotzdem Deutsch lernen möchte, soll künftig pendeln. Eine wenig attraktive Alternative.
„Es heißt, es bestehe nicht genug Interesse“, erklärt Janet Harris. „Aber das stimmt nicht: Die Nachfrage für Deutsch ist sogar gestiegen!“ Woher kommt dann diese ablehnende Haltung gegen Deutsch-Programme an High Schools, obwohl das Erlernen mindestens einer Fremdsprache in Michigan für jede/n Schüler/in in vier Jahren Pflicht sein soll? Laut Harris überwiegt immer noch die Vorstellung, dass Deutsch unmäßig schwer sei. „Doch das ist einfach absurd“, sagt die Deutschlehrerin, die ursprünglich aus England stammt und in Bath sowie in Freiburg studiert hat. Sie wisse auch gar nicht, woher dieses Missverständnis komme – wahrscheinlich von schlecht beratenen Entscheidungsträgern, die selbst keine Fremdsprache sprechen.
Sicher gebe es einige grammatische Schwierigkeiten im Deutschen, sagt die Lehrerin, in der die Sprache von Goethe und Schiller eine starke Fürsprecherin gefunden hat. „Aber jede Sprache ist auf ihre Weise schwierig.“ Und für die Anfängerstufe spiele die Grammatik ohnehin keine große Rolle – die Aussprache des Deutschen ist bekanntlich schnell und einfach zu lernen. „Außerdem steht das Englische dem Deutschen sehr viel näher als dem Französischen oder Spanischen“, wirbt Harris. Obwohl Spanisch heute in den USA sehr wichtig ist, gibt es für sie trotzdem einen wichtigen Grund, eher Deutsch zu lernen: „Wenn eine Firma jemanden einstellen möchte, der Spanisch kann, sucht man nach einem native speaker.“
Nicht nur in Michigan, wo Deutschland der wichtigste ausländische Investor ist, gibt es gute Gründe, dem Wirtschaftspartner auch sprachlich entgegenzukommen. US-Niederlassungen deutscher Firmen beschäftigen gut eine Million Amerikaner. Umgekehrt sind 2000 US-Unternehmen in deutschsprachigen Ländern geschäftlich tätig. Und so wird vielen Amerikaner erst bewusst, dass sie Deutsch können sollten, wenn sie ins Berufsleben eintreten. Was Johnny nicht lernt, lernt John immer mehr.
Wednesday, May 30, 2007
Corinne Walker
Für die Firma ein paar Jahre ins Ausland gehen, und die Familie kommt mit – das klingt aufregend. Die vielen Formalitäten können die Vorfreude allerdings schnell trüben. Gerade in den USA müssen sich Neuankömmlinge mit einer beachtlichen Menge Papierkram herumschlagen.
Damit der Alltag am neuen Wohnort schnell wieder in geordneten Bahnen verläuft, nehmen Auslandsentsandte immer häufiger die Dienste einer Relocationfirma in Anspruch. Und dafür gibt es gute Gründe.
„Beim Umzug in ein fremdes Land ist es beruhigend zu wissen, dass es eine kompetent organisierte Starthilfe gibt“, sagt Corinne Walker. Mit ihrer 1998 gegründeten Firma COWA, kurz für Consulting Organization & Worldwide Assistance, unterstützt sie die Angestellten beim Auslandseinsatz dabei, am neuen Wohnort schnell Fuß zu fassen: „Bei den hohen Anforderungen, die Unternehmen an ihre entsendeten Mitarbeiter stellen, ist ein reibungsloser Ablauf der Umsiedlung die wichtigste Voraussetzung.“
Corinne Walker ist mit den Sorgen und Nöten der Expatriates bestens vertraut: Vor zwölf Jahren ist sie selbst mit ihrer Familie von Süddeutschland nach Michigan gezogen. Mit jeweils einem Büro in Stuttgart und in Detroit, Michigan, sowie an weiteren US-Standorten könne sie einen persönlichen Service anbieten, bei dem die Bedürfnisse des entsendeten Mitarbeiters und seiner Familie im Mittelpunkt stehen. „Und davon profitieren in ganz besonderen Maße auch die Unternehmen“, betont die studierte Betriebswirtin.
„Die Leute kommen in die USA oder nach Stuttgart, um einen wichtigen Job zu machen – sonst wären sie nämlich nicht ins Ausland geschickt worden“, erklärt Corinne Walker. „Wenn sie ihre Energie in den ersten vier Wochen dazu verwenden, den täglichen Kleinkrieg zu meistern, kommt das die Firma teuer zu stehen.“ Informationen aus erster Hand über die Besonderheiten der neuen Umgebung schon vor der Abreise zu bekommen, sei für die Mitarbeiter beim Auslandseinsatz daher ganz entscheidend. Nicht zuletzt auch für die Familienangehörigen: „Es kann nicht sein, dass eine Ehefrau umzieht und nicht weiß, was sie erwartet und wohin sie umzieht.“
Ihre Kunden besucht Walker daher, solange sie noch in Deutschland sind, und bespricht mit ihnen in aller Ruhe, welche Sorgen und Erwartungen sie haben. Sechs bis acht Wochen vor der endgültigen Abreise ist dann der so genannte Look-and-see-Trip. Geschulte Betreuerinnen, welche die Bedürfnisse des Entsendeten und seiner Familie aus eigener Erfahrung kennen, helfen schließlich bei der Eingewöhnung. Und für alle Kunden, die lieber in der leeren Wohnung auf den Übersee-Container warten als im Hotelzimmer, stellt COWA sogar ein Survival-Kit bereit. Inklusive Camping-Matratze und Bettzeug.
Mehr zum Thema in einem Interview mit Corinne Walker: Alles in der richtigen Reihenfolge
www.cowa-inc.com
Damit der Alltag am neuen Wohnort schnell wieder in geordneten Bahnen verläuft, nehmen Auslandsentsandte immer häufiger die Dienste einer Relocationfirma in Anspruch. Und dafür gibt es gute Gründe. „Beim Umzug in ein fremdes Land ist es beruhigend zu wissen, dass es eine kompetent organisierte Starthilfe gibt“, sagt Corinne Walker. Mit ihrer 1998 gegründeten Firma COWA, kurz für Consulting Organization & Worldwide Assistance, unterstützt sie die Angestellten beim Auslandseinsatz dabei, am neuen Wohnort schnell Fuß zu fassen: „Bei den hohen Anforderungen, die Unternehmen an ihre entsendeten Mitarbeiter stellen, ist ein reibungsloser Ablauf der Umsiedlung die wichtigste Voraussetzung.“
Corinne Walker ist mit den Sorgen und Nöten der Expatriates bestens vertraut: Vor zwölf Jahren ist sie selbst mit ihrer Familie von Süddeutschland nach Michigan gezogen. Mit jeweils einem Büro in Stuttgart und in Detroit, Michigan, sowie an weiteren US-Standorten könne sie einen persönlichen Service anbieten, bei dem die Bedürfnisse des entsendeten Mitarbeiters und seiner Familie im Mittelpunkt stehen. „Und davon profitieren in ganz besonderen Maße auch die Unternehmen“, betont die studierte Betriebswirtin.
„Die Leute kommen in die USA oder nach Stuttgart, um einen wichtigen Job zu machen – sonst wären sie nämlich nicht ins Ausland geschickt worden“, erklärt Corinne Walker. „Wenn sie ihre Energie in den ersten vier Wochen dazu verwenden, den täglichen Kleinkrieg zu meistern, kommt das die Firma teuer zu stehen.“ Informationen aus erster Hand über die Besonderheiten der neuen Umgebung schon vor der Abreise zu bekommen, sei für die Mitarbeiter beim Auslandseinsatz daher ganz entscheidend. Nicht zuletzt auch für die Familienangehörigen: „Es kann nicht sein, dass eine Ehefrau umzieht und nicht weiß, was sie erwartet und wohin sie umzieht.“
Ihre Kunden besucht Walker daher, solange sie noch in Deutschland sind, und bespricht mit ihnen in aller Ruhe, welche Sorgen und Erwartungen sie haben. Sechs bis acht Wochen vor der endgültigen Abreise ist dann der so genannte Look-and-see-Trip. Geschulte Betreuerinnen, welche die Bedürfnisse des Entsendeten und seiner Familie aus eigener Erfahrung kennen, helfen schließlich bei der Eingewöhnung. Und für alle Kunden, die lieber in der leeren Wohnung auf den Übersee-Container warten als im Hotelzimmer, stellt COWA sogar ein Survival-Kit bereit. Inklusive Camping-Matratze und Bettzeug.
Mehr zum Thema in einem Interview mit Corinne Walker: Alles in der richtigen Reihenfolge
www.cowa-inc.com
Wednesday, May 23, 2007
Deutsche Unternehmen in Michigan
Deutschland ist der wichtigste ausländische Investor in Michigan. Insofern kann es nicht schaden, wenn die Gouverneurin die Vertreter deutscher Unternehmen ein wenig bauchpinselt. Und so eilte Jennifer Granholm gestern trotz Staatshaushaltskrise von Lansing nach Bloomfield Hills, um beim Frühjahrsempfang der deutschamerikanischen Handelskammer (GACC Michigan) das Grußwort zu sprechen.
6 Milliarden Dollar hätten europäische Unternehmen in jüngster Zeit in Michigan investiert, sagte die Gouverneurin; der überwiegende Anteil davon kam aus Deutschland. In welchem Zeitraum genau? In viereinhalb Jahren, erklärten mir Vertreter der Handelskammer nach der Rede, als Granholm bereits wieder auf der Fahrt zurück in die Kapitale war. Also in der Amtszeit der Gouverneurin. Insgesamt beschäftigen deutsche Firmen in Michigan 170.000 Menschen, lobte Granholm. Nach Angaben der Staatsregierung gibt es mehr als 300 Niederlassungen deutscher Unternehmen in Michigan.
Wenn erst einmal die Trennung von Daimler und Chrysler vollzogen ist, werden die Zahlen gewiss anders aussehen. Aber diese massive Änderung in der Unternehmenslandschaft von Michigan erwähnte die Gouverneurin mit keinem Wort, ebensowenig wie die Massenentlassungen der einheimischen Autoindustrie. In gewohnt optimistischer Manier begrüßte sie stattdessen den Strukturwandel, der die Wirtschaft des Bundesstaates derzeit gewaltig beutelt: „This is Michigan’s moment to build something new." Dass es sich dabei um eine ziemliche Herausforderung handelt, gab sie immerhin zu. Für einige Heiterkeit im Publikum sorgte schließlich das Eingeständnis: „Greatness is a terrible thing to waste."
Die Zeit der rauchenden Schlote sei eben vorbei, so Granholm weiter; nun müsse man sich ganz auf Forschung und Entwicklung konzentrieren: In Südost-Michigan gibt es ihren Angaben zufolge bereits 330 R&D facilities. Das dürften aber gerne noch mehr werden, und so appellierte Granholm an die deutschen Firmenvertreter: „You are our spokespeople. You are Michiganians by choice!"
Wahrscheinlich erzählt sie das bei Gelegenheit auch den hiesigen Japanern. Das neue Toyota Tech Center bei Ann Arbor schafft 400 Arbeitsplätze.
Offizielle Website der Handelskammer: German American Chamber of Commerce of Michigan
6 Milliarden Dollar hätten europäische Unternehmen in jüngster Zeit in Michigan investiert, sagte die Gouverneurin; der überwiegende Anteil davon kam aus Deutschland. In welchem Zeitraum genau? In viereinhalb Jahren, erklärten mir Vertreter der Handelskammer nach der Rede, als Granholm bereits wieder auf der Fahrt zurück in die Kapitale war. Also in der Amtszeit der Gouverneurin. Insgesamt beschäftigen deutsche Firmen in Michigan 170.000 Menschen, lobte Granholm. Nach Angaben der Staatsregierung gibt es mehr als 300 Niederlassungen deutscher Unternehmen in Michigan.
Wenn erst einmal die Trennung von Daimler und Chrysler vollzogen ist, werden die Zahlen gewiss anders aussehen. Aber diese massive Änderung in der Unternehmenslandschaft von Michigan erwähnte die Gouverneurin mit keinem Wort, ebensowenig wie die Massenentlassungen der einheimischen Autoindustrie. In gewohnt optimistischer Manier begrüßte sie stattdessen den Strukturwandel, der die Wirtschaft des Bundesstaates derzeit gewaltig beutelt: „This is Michigan’s moment to build something new." Dass es sich dabei um eine ziemliche Herausforderung handelt, gab sie immerhin zu. Für einige Heiterkeit im Publikum sorgte schließlich das Eingeständnis: „Greatness is a terrible thing to waste."
Die Zeit der rauchenden Schlote sei eben vorbei, so Granholm weiter; nun müsse man sich ganz auf Forschung und Entwicklung konzentrieren: In Südost-Michigan gibt es ihren Angaben zufolge bereits 330 R&D facilities. Das dürften aber gerne noch mehr werden, und so appellierte Granholm an die deutschen Firmenvertreter: „You are our spokespeople. You are Michiganians by choice!"
Wahrscheinlich erzählt sie das bei Gelegenheit auch den hiesigen Japanern. Das neue Toyota Tech Center bei Ann Arbor schafft 400 Arbeitsplätze.
Offizielle Website der Handelskammer: German American Chamber of Commerce of Michigan
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